Herausforderungen

Ein international führender Entwickler, Hersteller und Produzent von Bohrinseln wollte mehr Einblick in das Produktverhalten im Einsatz erhalten, um Vertrieb und Kundenzufriedenheit zu verbessern sowie Ausfallzeiten zu reduzieren.

Lösungen

ThingWorx ist Grundlage für Bestleistungen beim Service und Engineering Excellence in der Erdöl- und Erdgasexploration


 

Aufgrund der Besonderheiten und hohen Kosten von Ölplattformen sind dauerhafte, enge Kundenbeziehung für Drillmec von besonderer Bedeutung. Doch da sich die Plattformen an den abgelegensten Orten der Welt befinden – von den Wüsten Afrikas bis zu den Bergen Amerikas –, ist es oft nicht so einfach, die Verwendung und das Verhalten im Einsatz zu verstehen. Als sich Drillmec die Frage stellte, wie es Einblicke in das Produktverhalten im Einsatz erhalten und für das eigene Wachstum nutzen könnte, lautete die Antwort ganz klar: mit PTC ThingWorx.

Ein innovativer Vorreiter im Ölplattform- und Anlagenbau

Drillmec ist ein international führendes Unternehmen, das Ölplattformen plant, herstellt und versorgt. Es hat sich auf Onshore-, Offshore- und Geothermie-Plattformen spezialisiert und bietet ein komplettes Portfolio von Bohrausrüstung. Der Hauptsitz liegt im italienischen Piacenza. Drillmec betreibt außerdem operative Zentren und Büros weltweit. Vor Kurzem wurde das Unternehmen von Megha Engineering & Infrastructures Limited (MEIL) übernommen, einem großen Unternehmen mit Hauptsitz in Indien. Die Ausrüstung und die Lösungen von Drillmec werden an Einsatzorten in über 40 Ländern genutzt – insgesamt 700 Ölplattformen weltweit.



Drillmec kann auf mehr als 100 Jahre Erfahrung und Knowhow zurückblicken. Der Fokus liegt auf kontinuierlichen Verbesserungen durch Innovationen und Effizienzoptimierung. Drillmec gilt in der Erdöl- und Erdgasindustrie seit jeher als Pionier. Das Unternehmen war das erste, das eine Ölplattform mit Hydraulikhebern eingeführt hat, um die Produktivität und Sicherheit zu verbessern und die Umweltauswirkungen zu minimieren. Heute ist es Vorreiter bei der Integration von Robotik und Automatisierung auf seinen Ölplattformen, um die Effizienz und die ökologische Nachhaltigkeit durch schnellere und sicherere Abläufe zu verbessern. Darüber hinaus treibt es die Digitalisierung von Ölfeldern voran mit dem Bau von Real Time Operations Centers (RTOC), die mit Smartglasses und Drohnen kontinuierliche Überwachung und Remote-Support ermöglichen.

Der Erfolg von Drillmec basiert auf Kundenbeziehungen

Jede Ölplattform von Drillmec wird in enger Zusammenarbeit mit den Kunden individuell gebaut. Die Partnerschaft mit den Kunden ist daher erfolgsentscheidend. „Jede Plattform ist individuell, denn jeder Kunde stellt eigene Anforderungen. Durch die enge Zusammenarbeit mit unseren Kunden beim Bau der Plattformen entwickeln wir starke Beziehungen und gewinnen neue Aufträge“, erklärt Francesco Curina, Service Product Manager und Head of Training bei Drillmec.

Die Betriebszeit der Ausrüstung hängt davon ab, dass Service und Wartung effektiv auf die Plattform des Kunden zugeschnitten werden. Die Aufrechterhaltung der Betriebsbereitschaft kann bei Offshore-Plattformen pro Tag bis zu einer halben Million US-Dollar kosten, bei Onshore-Plattformen etwa 20.000 bis 60.000 US-Dollar. Ein mehrtägiger Ausfall könnte die Wirtschaftlichkeit eines Projekts daher signifikant beeinträchtigen und es sogar zum Minusgeschäft machen. Da Ölplattformen eine Lebensdauer von mindestens 25 Jahren haben, ist die Aufrechterhaltung des Betriebs über den kompletten Lebenszyklus von kritischer Bedeutung, um eine optimale Wertschöpfung zu erzielen.

Um den Erfolg seiner Kunden sicherzustellen, muss Drillmec außerdem berücksichtigen, dass diese in abgelegenen Gegenden wie Dschungeln, Bergen oder Wüsten tätig sind. Die Umgebung betrifft in der Regel jede Phase des Produktlebenszyklus, vom Design bis hin zu Kundendienst und Support. Zudem erfordert es eine komplexe Logistik, dafür zu sorgen, dass die richtigen Ressourcen zum passenden Zeitpunkt für die richtigen Teams bereitstehen. Ohne Einblicke in die Abläufe ist es schwierig, Ressourcen und Gewinn in Einklang zu bringen.

Verpflichtung zu Engineering Excellence

Drillmec ist schon lange ein PTC Creo und Windchill Kunde. Die Ingenieure verwenden Creo für die Konstruktion von Produkten, Teilen und Ausrüstung. Da jede Ölplattform individuell umgesetzt wird, sind moderne Entwicklungswerkzeuge nötig, um die Kosten einzudämmen und Kundenlieferungen fristgerecht abzuwickeln. Die Kombination aus Creo und Windchill ermöglicht es den Ingenieuren von Drillmec, kundenorientierte Produkte und Varianten pünktlich fertigzustellen.

Drillmec erhält mit ThingWorx IIoT umfassende Einblicke

Drillmec erkannte die Chancen, die solche Einblicke bieten, und implementierte mit seinem Partner PTC gemeinsam die ThingWorx IoT-Plattform. ThingWorx ist eine durchgängige Industrial IoT-Plattform, die Informationen zur Produktion und zum Zustand von Assets mit Echtzeit-Datenanalysen und Reporting liefert. Mit ThingWorx kann Drillmec Einblicke von einer Vielzahl von SPSen und Maschinen in einer einzigen, konsolidierten Sicht anbinden.

„Seit Jahren erfassen wir Daten. Von ThingWorx erhoffen wir uns, dass wir anhand der erfassten Daten mithilfe von Analysemodellen Ausfälle vorhersagen können. Das ist der Hauptgrund, warum wir uns für ThingWorx entschieden haben: zur Auswertung aller eingehenden Daten.“

– Francesco Curina, Service Product Manager und Head of Training, Drillmec

Derzeit baut Drillmec die erste IoT-fähige Ölplattform in Peru, bei der mehr als 120 Datenpunkte mit ThingWorx verbunden werden. Von bestimmten Ausrüstungsparametern werden tägliche oder stündliche Durchschnitte gebildet, andere werden hingegen kontinuierlich überwacht. Die Parameter orientieren sich an zentralen Datenpunkten wie Vibration und Betriebszyklen. Da sich viele Ölplattformen an Standorten befinden, wo keine Internet-Verbindung vorhanden ist, erfasst Drillmec die Daten zur Analyse oft stapelweise. Das Unternehmen hat aber auch Echtzeit-Meldungen für drei Haupt-Datentypen entwickelt: Temperatur, Ölstand und Druck.



Basierend auf den im Einsatz gewonnen Einblicken zieht Drillmec mehrere mögliche Anwendungsfälle in Betracht: Maschinenkonnektivität, Remote Monitoring und Remote-Wartung sowie Schulungs-Support. Auch Verbesserungen bei der Produktentwicklung erhofft sich das Unternehmen von der Lösung.

Schulungs-Support

ThingWorx liefert Schulungsmitarbeitern Einblick in die Funktion der Anlagen, sodass Verwendungsfehler rasch aufgedeckt werden. So kann Drillmec wirkungsvollere, maßgeschneiderte Schulungen anbieten und zugleich die Schulungsdauer verkürzen.

Verbesserungen bei der Produktentwicklung

Die Ingenieure von Drillmec können nun über einen längeren Zeitraum die Funktion von Anlagen beobachten und so Einblicke in wichtige Parameter, Performance, Systemein- und -ausgaben sowie weitere Faktoren gewinnen. Bei einem Ausfall können sie anhand der Datenprotokolle genau nachvollziehen, was passiert ist.

„Ein Grund, warum wir das Daten-Management verbessern wollten, war, um zu sehen, wie Kunden die Ausrüstung verwenden. Wir möchten das Verhalten unserer Anlagen über einen langen Zeitraum analysieren“, so Curina.

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Drillmec erkennt die Wirkung seiner IoT-Lösung und erwartet signifikante Resultate

Drillmec befindet sich zwar noch in einer frühen Phase seiner Initiative zur digitalen Transformation, verzeichnet jedoch bereits erste Vorteile durch die neue IoT-Lösung und erwartet für die Zukunft signifikante Resultate. Außerdem geht Drillmec davon aus, dass es als eines der ersten Unternehmen auf seinen Plattformen Funktionen für Echtzeit-Überwachung und Predictive Maintenance bereitstellen wird. „IoT spielt in unseren Plänen für das kommende Jahr eine wichtige Rolle. Wir sind einer von nur zwei Herstellern, die einen solchen Service anbieten. In unserem Geschäft ist das ein echtes Alleinstellungsmerkmal“, erklärt Ferrandes. „Für unsere Kunden sind diese Funktionen äußerst wichtig. Es ist, als würde man beim Kauf eines Autos wissen, dass es stets zum optimalen Zeitpunkt gewartet wird, sodass es nie kaputt geht.“

Mit der IoT-Lösung realisiert Drillmec die folgenden Vorteile:

  1. Bessere Service-Angebote und besserer Support
  2. Weniger ungeplante Ausfallzeiten bei Kunden
  3. Keine größeren Ausfälle, dadurch mehr Sicherheit
  4. Zugriff auf alle Funktionen und Einblicke über eine zentrale Benutzeroberfläche, statt weitere isolierte Systeme hinzuzufügen
  5. Nutzung der Einblicke im ganzen übrigen Unternehmen

Zukünftig wird Drillmec weitere neue Plattformen anbinden und neue Anwendungsfälle hinzufügen. Das Unternehmen hofft, die neuen Service-Angebote noch 2021 für alle Kunden bereitstellen zu können. Derzeit laufen Gespräche mit der Mehrzahl der Kunden. „Das Hauptziel ist die Anbindung der neuen Plattformen, die wir in den kommenden Jahren bauen“, so Curina. „Derzeit implementieren wir die IoT-Lösung nur auf neuen Plattformen. Für die Zukunft planen wir jedoch auch die Nachrüstung bestehender Plattformen mit ThingWorx.“

Letztendlich wird Drillmec eines Tages vielleicht alle seine PTC Lösungen – inklusive Windchill und Creo – verbinden, um Produktlebenszyklusdaten in einem einzigen System zu verwalten. Beispielsweise könnten Daten aus ThingWorx, dass ein Kunde ein neues Teil benötigt, direkt in die Ersatzteil-Plattform übertragen und das benötigte Teil bestellt werden. Anschließend könnten die Informationen in sämtlichen Systemen aktualisiert werden.

Drillmec geht davon aus, dass es als eines der ersten Unternehmen auf seinen Plattformen Funktionen für Echtzeit-Überwachung und Predictive Maintenance bereitstellen wird.