Migration zu Windchill 11 zur Modernisierung des Produktentwicklungsprozesses

Die Liebherr Group besteht aus mehr als 130 Unternehmen auf allen Kontinenten und beschäftigt über 43.000 Mitarbeiter. Die Unternehmen der Gruppe sind in elf Produktbereiche untergliedert, darunter u. a.: Baumaschinen, Mining, Mobilkrane, Betontechnik und Komponenten. Der Bereich Komponenten konzentriert sich auf die Entwicklung, Konstruktion, Produktion und Wiederaufbereitung von Hochleistungskomponenten für mechanische, hydraulische und elektrische Antriebs- und Steuerungstechnik für die OEM-Bereiche von Liebherr, die Bagger, Bergbaumaschinen, Raupen und Mobilkrane herstellen.

Betriebswirtschaftliche Herausforderung

Liebherr-Components Biberach GmbH – ein Unternehmen des Bereichs Komponenten von Liebherr – verwendete Creo Elements/Direct Model Manager für das Produktdatenmanagement (PDM). Model Manager war nicht nur einfach in der Handhabung, sondern dank der nahtlosen Integration auch äußerst benutzerfreundlich und eine perfekte Unterstützung für den zeichnungsorientierten Ansatz des Unternehmens. Zusätzlich zu Model Manager setzte Liebherr-Components Biberach GmbH separate Eigenentwicklungen für das Stücklisten-, Änderungs- und Artikelmanagement ein. Im Zuge der Expansion des Unternehmensbereichs mit mehreren globalen Produktionsstandorten, engerer Integration der technischen Entwicklung und Zusammenarbeit mit den Liebherr-OEMs wurde offensichtlich, dass das Produktdatenmanagement überdacht werden musste. Das Unternehmen musste sicherstellen, dass alle Stakeholder dieselben Informationen aufrufen und verwenden. Da kein zentrales Datenverwaltungssystem vorhanden war, waren die Stakeholder innerhalb des Produktlebenszyklus isoliert und konnten nicht effizient zusammenarbeiten. Die Folgen waren höhere Kosten aufgrund des Koordinations- und Kommunikationsaufwands zur Vermeidung von Nacharbeit und Ausschuss.

Die Lösung

Liebherr-Components Biberach GmbH erkannte, dass eine Umstellung vom aktuellen zeichnungsorientierten auf einen teileorientierten Produktentwicklungsansatz notwendig war, damit Stakeholder im gesamten Produktlebenszyklus rasch die benötigten Informationen finden. Zu diesem Zweck entschied sich das Unternehmen für Windchill 10.2 – das mittlerweile auf Windchill 11 aktualisiert wurde –, die PLM-Lösung (Produktlebenszyklus-Management) von PTC. Windchill 11 bot Liebherr eine zentrale Plattform mit einer konsolidierten Ansicht sämtlicher Systeme. Zusätzlich straffte Windchill 11 das Artikel-, Stücklisten- und Änderungsmanagement in einem einzigen System, sodass Eigenentwicklungen ab sofort der Vergangenheit angehörten. Mit der Bereitstellung von Windchill 11 startete das Team drei Initiativen zur digitalen Transformation der Verwaltung von Produktinformationen:

  1. Ersatz isolierter PDM-Tools zur Verbesserung der Prozesszuverlässigkeit und der Effizienz in der Produktkonstruktion.
  2. Schaffung einer zentralen globalen Plattform für die Verwaltung sämtlicher Produktdaten im Unternehmen und den Zugriff darauf.
  3. Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen Abteilungen wie Vertrieb, F&E, Marketing, Einkauf und Fertigung sowie mit anderen Unternehmensbereichen von Liebherr.

Wir waren alle begeistert von der reibungslosen Migration. Wir haben uns sehr gut darauf vorbereitet. Doch unser besonderes Kompliment geht an PTC für das Knowhow und die Durchführung dieser Migration.

  - Stefan Türck, IT-Leiter, Liebherr-Components Biberach GmbH
 
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Die Ergebnisse

Nur zehn Wochen nach der Migration zu Windchill stellte das Team fest, dass die Produkterstellung bereits genauso schnell lief wie mit Model Manager. „Wir waren alle begeistert von der reibungslosen Migration. Wir haben uns sehr gut darauf vorbereitet. Doch unser besonderes Kompliment geht an PTC für das Knowhow und die Durchführung dieser Migration“, erläutert Stefan Türck, IT-Leiter bei Liebherr-Components Biberach GmbH. Heute arbeitet das Team mit Windchill beim Erstellen neuer und Ändern vorhandener Produkte noch schneller als mit dem früheren zeichnungsorientierten Prozess.

Dank des globalen Zugriffs auf die in Windchill 11 enthaltenen Produktdaten können alle Stakeholder effizienter am Produktentwicklungsprozess zusammenarbeiten. „Die Zusammenarbeit mit unseren internationalen Fertigungsstandorten hat sich verbessert, da Änderungsnachrichten nun nachverfolgbar und sauber umgesetzt werden, wodurch wir bessere Qualität und mehr Zeit für Produktinnovationen genießen“, so Matthias Gindele, Projektmanager bei Liebherr-Components Biberach. Mit diesem formalen Änderungsmanagementprozess können sich Stakeholder mehr denn je darauf verlassen, dass sie die aktuellen Produktinformationen verwenden. Aktuelle und genaue Produktinformationen auf Knopfdruck bedeuten für die Teammitglieder, dass sie weniger Zeit für die Suche nach Informationen aufwenden müssen und mehr Zeit für wertschöpfende Tätigkeiten haben. Diese Verfügbarkeit von Daten ermöglicht auch bessere Entscheidungen, wodurch der Unternehmensbereich Komponenten von Liebherr eine bessere Wettbewerbsfähigkeit und Agilität genießt.

Mit Windchill 11 kann Liebherr nun Lebenszykluszustände für jedes Produkt verwalten, z. B. „Entwicklung/Prototyp“, „Serie/Produktion“ oder „Service“. In dieser Klassifikation werden Produkte streng nach Reifephase getrennt, sodass Liebherr-Components Biberach GmbH die Ersatzteilpreise für Kunden entsprechend festlegen kann. Beispiel: Liebherr-Components Biberach GmbH konnte 20 % der in Windchill 11 verwalteten Teile klar als Ersatzteile kennzeichnen. Diese Unterscheidung ermöglicht die Verknüpfung von Preisgestaltungsstrategien mit dem Produktreifegrad, von der sich das Unternehmen zusätzliche Serviceerträge verspricht. Darüber hinaus konnten 5 % der Teile im Rahmen des Lebenszyklusmanagements als „veraltet“ identifiziert und klassifiziert werden, sodass sie aus den Entwicklungs- und den nachgeschalteten Prozessen entfernt wurden. Dadurch konnten direkte Kosteneinsparungen in der technischen Entwicklung erzielt werden, und unnötige Kosten für Änderungen an veralteten Teilen fielen weg.

„Ein Jahr nach der Liveschaltung ist der Nutzen von Windchill 11 und PLM für uns klar ersichtlich, ebenso wie die Rendite für unser Unternehmen“, so Gindele weiter. „Wir sehen die positiven Effekte bei Kosteneinsparungen und zusätzlichen Erträgen, die rückblickend die Projektinvestitionen vollständig rechtfertigen und dem erwarteten Nutzen der PLM-Implementierung entsprechen.“

Wie geht es weiter?

Für Liebherr-Components Biberach GmbH setzt sich die Expansion über die Stücklistentransformation zwischen technischer Entwicklung und Fertigung fort. Aktuell orientiert Liebherr-Components Biberach GmbH die Stückliste an nachgeschalteten Fertigungsprozessen, sodass technische Entwicklungsteams gezwungen sind, entsprechend einer Funktionsansicht oder Produktfunktionen zu entwickeln. Durch die Stücklistentransformation sind alle Stakeholder in technischer Entwicklung und Fertigung in der Lage, die Stückliste in der für ihre Anforderungen am besten geeigneten Ansicht zu betrachten. Die Stücklistentransformation ermöglicht Liebherr-Components Biberach GmbH außerdem die Umstellung auf Options & Variants und die Arbeit mit Plattformstrukturen.

Windchill 11 bietet Liebherr-Components Biberach GmbH die Grundlage für die Umsetzung zusätzlicher Funktionalitäten, z. B. Detailanalysen von Änderungsaufträgen und Verfolgbarkeit zur Problemursache. Dies sind weitere Aspekte, die Liebherr-Components Biberach GmbH in Zukunft intensiver nutzen möchte.

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