Vom realen Bauteil an der Maschine bis zur intelligenten Softwarearchitektur: Dominik Öhler vereint handfeste Fertigungserfahrung mit digitaler Prozesskompetenz. Seine Karriere begann als CNC-Programmierer auf dem Shopfloor, bevor er sich als Ingenieur auf die ganzheitliche Optimierung von Produktionsprozessen fokussierte. Als Experte für den Intelligent Product Lifecycle (IPL) unterstützt er Unternehmen dabei, ihre Wertschöpfungskette durchgängig zu digitalisieren. Seine Mission ist es, Softwarelösungen so einzusetzen, dass sie Mehrwerte schaffen und den Shopfloor von morgen effizienter machen.
Die Transformation einer Entwicklungsstückliste (EBOM) in eine fertigungsgerechte Stückliste (MBOM) ist komplex – Systembrüche und manuelle Prozesse kosten wertvolle Zeit. Mit der Intelligent Product Lifecycle (IPL) Strategie von PTC wird eine durchgängige Datenkette geschaffen.
Das Ergebnis: nahtlose Prozesse von CAD und CAM über PLM bis zum Prozessplan sowie eine echte Demokratisierung der Daten auf der gesamten Prozesslinie.
Die digitale Transformation in der Fertigung ist der Schlüssel, um Entwicklungszyklen zu verkürzen und langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben. Dabei rückt zunehmend die Art und Weise in den Fokus, wie Produktdaten entworfen, verwaltet und am Montageplatz genutzt werden. Traditionell bedeutet der Übergang von der Konstruktion in die Fertigung oftmals einen Systembruch. Genau hier setzt PTC mit seiner IPL-Strategie (Intelligent Product Lifecycle) an:
Ein Ansatz, der modernstes PLM erweitert, um strukturierte Produktdaten durchgängig über den gesamten Lebenszyklus zu vernetzen.
Der digitale Faden (Digital Thread) spannt sich dabei über die gesamte Wertschöpfungskette.
Isolierte Stücklisten, ineffiziente Prozesse
In vielen Unternehmen stellt die Übersetzung der EBOM (Engineering Bill of Materials) in die MBOM (Manufacturing Bill of Materials) nach wie vor einen kritischen und mühsamen Engpass dar. Während die EBOM von der Konstruktion definiert wird und die reine Funktion sowie das Design des Produkts widerspiegelt, beschreibt die MBOM den tatsächlichen Zusammenbau, inklusive der Montagereihenfolge und der spezifischen Fertigungsprozesse.
Manufacturing Bill of Materials (mBOM)
Informationen aus dem Engineering in die Fertigung einfließen lassen.
Mehr erfahrenIn der Vergangenheit bedeutete dieser Übergang häufig fehleranfällige Handarbeit. Konstrukteure übergaben CAD- und CAM-Daten an die Produktionsplanung, wo Stücklisten und Prozesspläne in getrennten Systemen oder Tabellenkalkulationen neu aufgebaut wurden. Diese fehlende Durchgängigkeit war nicht nur ein Zeitfresser, sondern verursachte auch kostspielige Fehler. Eine zusätzliche Herausforderung bestand im Änderungsmanagement: Wurden im CAD-Modell Anpassungen vorgenommen, dauerte es oft viel zu lange, bis diese Informationen in den Fertigungsstücklisten aktualisiert wurden und auf dem Shopfloor ankamen.
Mit PTC IPL zum durchgängigen Digital Thread
Zur Bewältigung dieser Herausforderungen rückt das erweiterte PLM im Rahmen von PTC’s IPL in den Mittelpunkt. Die Lösung schafft eine „Single Source of Truth“ für das gesamte Unternehmen. Der Prozess beginnt bei den CAD- und CAM-Daten, die nahtlos in die PLM-Umgebung integriert sind. Änderungen am 3D-Modell werden so automatisch in alle nachgelagerten Produktdaten übernommen.
Der entscheidende Gamechanger liegt in der assoziativen Transformation der EBOM in die MBOM innerhalb ein und desselben PLM-Systems. Anstatt Daten manuell zu kopieren, fungiert die Prozessplanung (Process Planning) als digitale Brücke:
Die bestehenden Engineering-Strukturen werden intelligent umstrukturiert und um fertigungsspezifische Schritte, Arbeitsstationen oder Werkzeuge ergänzt. Die Mitarbeiter können Bearbeitungsprozesse digital anlegen und den finalen Prozessplan direkt aus der generierten MBOM ableiten. Jedes Bauteil und jeder Montageschritt bleibt dabei assoziativ mit dem ursprünglichen 3D-Modell verknüpft, sodass wertvolles Konstruktions- und Fertigungswissen jederzeit reproduzierbar bleibt.
Demokratisierung von Daten
Durch diese lückenlose Kette – vom CAD-Entwurf über das CAM-Programm und PLM bis hin zur EBOM, MBOM und dem detaillierten Prozessplan .gelingt eine umfassende Demokratisierung der Daten. Das bedeutet konkret: Das technische Know-how verbleibt nicht länger verschlossen in den Büros der Ingenieure, sondern steht exakt dort zur Verfügung, wo die Wertschöpfung generiert wird.
Auf dem Shopfloor erhalten die Mitarbeiter an den Maschinen und Montageplätzen Zugriff auf stets aktuelle, 3D-gestützte Arbeitsanweisungen. Papierbasierte Zeichnungen, die schnell veralten, gehören der Vergangenheit an. Das System stellt sicher, dass immer nach der exakt gültigen Revision gefertigt wird. Kommt es in der Konstruktionsabteilung zu einer Designänderung, zeigt das System sofort die Auswirkungen auf die MBOM und den Prozessplan. Die Werker auf dem Shopfloor erhalten die Updates in Echtzeit. Diese Transparenz vermeidet Fehlproduktionen und erhöht die Flexibilität immens.
Fazit
Der Übergang von Datensilos hin zur Intelligent Product Lifecycle Strategie von PTC ermöglicht es Fertigungsunternehmen, den Weg vom Design bis zum fertigen Produkt hocheffizient zu gestalten. Durch die lückenlose Verknüpfung von CAD, CAM, PLM, EBOM und MBOM in einem dynamischen Prozessplan werden Fehler vermieden und manuelle Schnittstellen eliminiert. Die Demokratisierung der Daten über die gesamte Prozesslinie hinweg sorgt für höchste Agilität und Qualität – vom ersten Konstruktionsentwurf im Büro bis zur finalen Schraube auf dem Shopfloor.