Blogs Mit digitaler Transformation durch die Zoll-Unsicherheit

Mit digitaler Transformation durch die Zoll-Unsicherheit

15. Mai 2025

Dr. Florian Harzenetter ist Senior Director und Global Advisor für Industrie-Kunden bei PTC. In dieser Funktion erfasst er die spezifischen Bedürfnisse von Kunden und hilft dabei, ihre Roadmaps und Strategien so auszurichten, dass eine erfolgreiche Einführung von PTC-Technologien gewährleistet ist. Aus dieser Perspektive hilft er auch dabei, die Angebote von PTC auf die Bedürfnisse der Kunden abzustimmen.

Heute fungiert Florian als globaler Experte, der die Stimme des Kunden in den PLM-Produktsegmenten vertritt und Thought-Leadership für Industriekunden entwickelt.

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Eine neue Phase der Handelsunsicherheit

Die Handelspolitik hat sich von einer Hintergrundvariable zu einem wichtigen Geschäftsfaktor entwickelt. Die am 9. April angekündigte 90-tägige Aussetzung von Zöllen durch die US-Handelskommission unterstreicht einen allgemeinen Trend zur Veränderung der globalen Handelsstrukturen. Änderungen der Zollpolitik, insbesondere zwischen großen Volkswirtschaften wie den USA und China, sind häufig und erfordern von Unternehmen Flexibilität, um auf ein dynamisches regulatorisches Umfeld reagieren zu können.

Diese Veränderungen erfordern mehr als nur die Reaktion auf einzelne Vorfälle; Unternehmen müssen sich an ein zunehmend unvorhersehbares und disruptives System anpassen.

Für globale Lieferketten sind Zölle keine geringfügigen Kosten mehr. Wenn Komponenten mehrere Grenzen passieren, fallen in jeder Phase Zölle an, wodurch sich die Gesamtkosten im Laufe der Lieferkette erhöhen. Dieser kumulative Effekt hat einst überschaubare Zuschläge zu erheblichen Kostenmultiplikatoren gemacht.

Berichten des Yale Budget Lab zufolge ist der durchschnittliche Zollsatz in den USA auf 27 % gestiegen – den höchsten Level seit 1903. Dieser Anstieg erfordert eine grundlegende Überprüfung der Strategien globaler Hersteller in Bereichen wie Preisgestaltung, Beschaffung und Betrieb.

Unternehmen, die sich erfolgreich anpassen, legen den Schwerpunkt auf Flexibilität, Transparenz und Effizienz, die für die Aufrechterhaltung der Wettbewerbsfähigkeit in diesem sich wandelnden Handelsumfeld unerlässlich sind.

Mehr als nur operative Effizienz

Die Hersteller tun das, was sie in schwierigen Zeiten immer getan haben: Sie verschlanken ihre Abläufe, kontrollieren ihre Kosten genauer und verwalten ihre Lagerbestände intelligenter. Aber angesichts der enormen Zollkosten sind der Effizienz Grenzen gesetzt. Optimierungen sind nur bis zu einem bestimmten Punkt möglich, dann sinken der Nutzen und die Kosten. Effizienz allein schützt nicht vor steigenden Inputkosten, Handelsstörungen oder der Schließung eines Zulieferers am anderen Ende der Welt. Die Rahmenbedingungen haben sich geändert, und schrittweise Verbesserungen reichen nicht mehr aus.

Wir stehen vor einem strukturellen Wandel – nicht nur vor einer schwierigen Phase. Was jetzt gefragt ist, ist nicht nur eine bessere Umsetzung, sondern ein völlig neuer Ansatz. Das bedeutet, einen Schritt zurückzutreten und grundlegende Fragen zu stellen, wie wir unsere Produkte entwickeln, beschaffen und vertreiben.

Wie Branchenführer sich anpassen

Es gibt zwar kein einheitliches Vorgehen, aber in der Branche zeichnen sich einige gemeinsame Strategien ab:

  1. Notfallplanung: Einige entscheiden sich dafür, abzuwarten und zu erfahren, in welche Richtung sich die Politik entwickelt. In diesem Umfeld birgt das Abwarten jedoch echte Risiken – und Zeit ist nicht immer ein Luxus.
  2. Preiserhöhungen: Preiserhöhungen können kurzfristig Kosten ausgleichen, sind jedoch langfristig riskant, wenn die Nachfrage nachlässt oder Wettbewerber sich schneller anpassen.
  3. Vertriebswegänderungen: Die Umleitung von Lieferungen über alternative Routen oder Länder kann helfen, Zölle zu umgehen, geht jedoch oft mit längeren Vorlaufzeiten und einem höheren Zollaufwand einher.
  4. Re-Sourcing: Die Umstellung auf regionale oder kostengünstigere Zulieferer gewinnt an Bedeutung, ist jedoch keine schnelle Lösung. Die Überprüfung, Einarbeitung und Stabilisierung neuer Partner erfordert Zeit.
  5. Umstrukturierung der Lieferkette: Einige gehen noch einen Level tiefer und überarbeiten Produktflüsse oder sogar Komponenten, um zollintensive Materialien oder Regionen ganz zu umgehen.
  6. Onshoring: Einst als letzter Ausweg betrachtet, ist Onshoring wieder im Gespräch. Es handelt sich jedoch um eine langfristige Entscheidung mit Zeiträumen von fünf Jahren oder mehr.

Jede dieser Richtungen hat ihre Vorzüge. Keine ist einfach. Sie alle erfordern solide Daten, eine enge funktionsübergreifende Abstimmung und ein Maß an Agilität, für das viele Altsysteme einfach nicht ausgelegt sind. Die schnellsten Unternehmen sind diejenigen, die erkennen, dass es sich hierbei nicht nur um ein Handelsproblem handelt, sondern um eine Chance zur Transformation.

Eine andere Art von Gelegenheit

Was Marktführer heute wirklich auszeichnet, ist nicht nur eine strenge Kostenkontrolle, sondern auch Konnektivität.

Führende Hersteller verbinden Bereiche auf bisher unvorstellbare Weise und nutzen digitale Tools, um Design, Produktion und Service intelligent und präzise zu integrieren. Technologien wie Product Lifecycle Management (PLM), Service Lifecycle Management (SLM) und Application Lifecycle Management (ALM) galten früher als Strategie zur Modernisierung und zum Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit. Ihre Rolle hat sich jedoch weiterentwickelt. Heute sind diese Tools unverzichtbar, um Widerstandsfähigkeit aufzubauen und die unvorhersehbaren Herausforderungen eines globalen Umfelds zu meistern, damit Unternehmen sich nicht nur anpassen, sondern auch angesichts des ständigen Wandels bestehen können.

Durch die Einführung eines integrierten digitalen Ansatzes sind Unternehmen besser in der Lage, große Schritte zu unternehmen:

  • „Design Anywhere, Build Anywhere, Service Everywhere” wird zu einer geschäftlichen Notwendigkeit.
  • Teams erhalten frühzeitig Einblick in Produktkosten und Compliance-Risiken, sodass sie die Auswirkungen von Zöllen bereits im Voraus berücksichtigen können.
  • Globale Zuliefererdaten sind sofort verfügbar, sodass intelligentere Beschaffungsentscheidungen auf der Grundlage aktueller Listen zugelassener Hersteller und Lieferanten getroffen werden können.
  • Aftermarket-Services werden effizienter, wodurch kostspielige Notfalllieferungen reduziert, die Anlagenauslastung verbessert und die First Time Fix-Raten erhöht werden.
  • Die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften ist nicht mehr reaktiv. Dank verbesserter Rückverfolgbarkeit sind Teams in allen Regionen und Produktlinien immer einen Schritt voraus.

Führende Unternehmen in diesem Bereich machen diese Fähigkeiten zum Rückgrat ihrer Geschäftstätigkeit und verwandeln unvorhersehbare Herausforderungen in neue Chancen.

Untätigkeit hat ihren Preis

Die Herausforderungen waren noch nie so groß wie heute. Jede Verzögerung kostet Unternehmen wertvolle Zeit – Zeit, die sich direkt in steigenden Kosten, langsameren Reaktionszeiten und zunehmender Komplexität niederschlägt.

In einer Welt, in der Störungen mittlerweile zur Norm gehören, ist Resilienz kein Luxus mehr, sondern eine Notwendigkeit. PTC hilft industriellen Fertigungsunternehmen dabei, diese Herausforderung zu meistern. Mit unseren PLM-, SLM- und ALM-Lösungen können Teams schneller Entscheidungen treffen, Silos aufbrechen und die Agilität und Transparenz schaffen, die für resiliente Betriebsabläufe erforderlich sind.

Ganz gleich, ob Sie neue regionale Beschaffungsstrategien prüfen, Ihre Konstruktionsprozesse für den globalen Vertrieb überdenken oder versuchen, die Service-Performance in einem fragmentierten Markt auf Kurs zu halten – mit unserer Technologie können Sie schneller handeln und intelligenter reagieren.

Die widerstandsfähigsten Unternehmen erzielen bereits jetzt überdurchschnittliche Wachstums- und Rentabilitätszahlen. Die Unsicherheit bleibt bestehen. Aber mit den richtigen Tools müssen Sie sich davor nicht fürchten. Wir zeigen Ihnen, wie das geht.

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Nächste Schritte auf dem Weg zur Resilienz

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Florian Harzenetter

Dr. Florian Harzenetter ist Senior Director und Global Advisor für Industrie-Kunden bei PTC. In dieser Funktion erfasst er die spezifischen Bedürfnisse von Kunden und hilft dabei, ihre Roadmaps und Strategien so auszurichten, dass eine erfolgreiche Einführung von PTC-Technologien gewährleistet ist. Aus dieser Perspektive hilft er auch dabei, die Angebote von PTC auf die Bedürfnisse der Kunden abzustimmen.

Heute fungiert Florian als globaler Experte, der die Stimme des Kunden in den PLM-Produktsegmenten vertritt und Thought-Leadership für Industriekunden entwickelt.

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