Parallele Konstruktion und Fertigung: Skalierbare Lösungen, um die Lücke zwischen technischer Entwicklung und Fertigung zu schließen

Verfasst von: Emily Larkin
  • 10/21/2020
  • Lesestoff : 2:30 Min.
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Stellen Sie sich folgendes Szenario vor: Ihr Fertigungswerk erhöht die Produktionskapazität für eine Produktlinie, die neu eingeführt werden soll. Ihr Qualitätsingenieur stellt nach der ersten Woche fest, dass die Produkte, die vom Band laufen, mit einer Zeichnung aus der frühen Entwurfsphase übereinstimmen, die an den Arbeitsplatz geheftet wurde, und nicht mit der letzten genehmigten Revision im System. Die Verwendung veralteter Ausdrucke, die Trennung der Fertigung von der technischen Konstruktion, kann zu verlorener Produktionszeit, höheren Kosten und einer verzögerten Marktfreigabe führen. Diese fehlende unternehmensweite Zusammenarbeit kritischer Funktionsbereiche kann Fehler nach sich ziehen, die zu Qualitätsproblemen führen. 

Der Weg vom komplexen Produktentwurf in der technischen Entwicklung zum Bau des fertigen Produkts in der Fertigung ist oft komplex und teuer, gerade in großen Unternehmen. Noch nie war eine nahtlose Online-Zusammenarbeit zwischen Menschen und Prozessen von den ersten Produktideen bis hin zu Fertigung, Gerätekonnektivität und Service-Außendienst so wichtig wie heute. Für Benutzer mit immer engeren Projektterminen sogar noch bedeutender ist der einfache Zugang zu Produkt- und Unternehmensdaten – in dem Kontext und Fachbereich, an die sie gewöhnt sind.

Parallele Konstruktion und Fertigung mit dem digitalen Thread

Ein digitaler Thread dient als einzige zuverlässige und allgemein gültige Datenquelle, um Konsistenz, Zusammenarbeit und Abstimmung zwischen Funktionen wie technischer Entwicklung und Fertigung zu schaffen. Durch Echtzeit-Datensynchronisierung von verwandten vor- und nachgelagerten Informationen entsteht ein gemeinsamer Datensatz, der unternehmensweit skaliert und demokratisiert werden kann, um die Kontinuität über Produkte, Prozesse und Menschen hinweg aufrechtzuerhalten. Da der digitale Thread aus mehreren Datenquellen bestehen kann, stellt sich die Frage: Wo fange ich an? Die Antwort lautet: Bei Produktkonstruktion und PLM. 

PLM (Produktlebenszyklus-Management) ist das Rückgrat des digitalen Threads, von der Konstruktion über die Planung bis hin zur Fertigung. Auf dem Weg der Produktdaten zwischen vor- und nachgelagerten Prozessen muss der digitale Thread durch unterschiedliche Linsen und aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet werden. Fertigungsmitarbeiter in der Produktion benötigen kontextbezogene Ansichten der Produktentwürfe oder Zeichnungen. Diese Rollen sind sekundäre oder nachgelagerte PLM-Teilnehmer entlang es digitalen Threads. Sie benötigen zwar oft Zugang zu PLM-Inhalten, aber doch nicht häufig genug, dass die Kosten oder der Schulungsaufwand für eine volle Lizenz gerechtfertigt wäre, nur um im Expertensystem zu navigieren, in dem der Produktentwurf entstanden ist.

Bei vielen Herstellern sieht die Realität heute so aus, dass von der technischen Entwicklung regelmäßig manuelle Exporte und Ausdrucke angefordert werden, die an die Arbeitsplätze in der Fabrik verteilt werden müssen. Durch Online-Zugriff auf diePLM-Software ließe sich die Situation verbessern. Allerdings stehen dem in der Regel ein enormer Schulungsaufwand und hohe Lizenzkosten für Produktionsmitarbeiter entgegen. Das Ergebnis ist, wie im vorherigen Szenario beschrieben, dass in der Fertigung rasch veraltete Zeichnungen und Entwürfe verwendet werden, die nicht mehr mit der ursprünglichen PLM-Software verbunden sind, in der Konstruktionsingenieure möglicherweise zwischenzeitlich bereits eine neue Iteration des Teils freigegeben haben.

Dieses Problem wird oft noch durch räumlich getrennte Fertigungsanlagen und Konstruktions- und Entwicklungszentren verschärft. Bestehende Silos und Barrieren für die Zusammenarbeit werden verstärkt, insbesondere mit zunehmender Remote-Arbeit.

Stellen Sie sich vor, der Fertigung würden zum richtigen Zeitpunkt alle benötigten Daten vollständig und korrekt vorliegen. Mit erhöhter Sichtbarkeit können technische Entwicklung und Fertigung parallel arbeiten und die Lücke schließen – und so Zeit sparen, Kosten senken, Qualität verbessern und schneller auf den Markt kommen.

Zusammenarbeit leicht gemacht

ThingWorx Navigate ist eine Digital-Thread-Lösung, die diesen sekundären PLM-Teilnehmern in der Fabrik eine Reihe von sofort einsatzbereiten, rollenbasierten Apps bereitstellt, die bei Bedarf verfügbar sind und Einblick in die aktuellen PLM-Inhalte bieten. Mit rollenbasierten ThingWorx Navigate Apps können Benutzer in der Produktion Informationen im Kontext ihrer jeweiligen Tätigkeit darstellen.

Sofort einsatzbereite Out-of-the-box-Apps umfassen folgende Funktionen:

  • Dokument anzeigen
  • Zeichnung anzeigen
  • Entwurfsdatei anzeigen
  • Teilestruktur anzeigen 

Alle an der technischen Entwicklung und an Änderungen beteiligten Funktionen können parallel und mit denselben digitalen Informationen arbeiten. Mitarbeiter in der Produktion sehen mit ThingWorx Navigate sofort das zuletzt freigegebene Teil bzw. die zuletzt freigegebene Zeichnung oder Änderung in der Stückliste.

Heben Sie die Barriere durch komplexe Unternehmenssysteme auf, um Zusammenarbeit durch parallele Konstruktion und Fertigung zu ermöglichen. Stellen Sie mit ThingWorx Navigate sicher, dass die Fertigung jederzeit über aktuelle PLM-Informationen verfügt, wenn diese benötigt werden. Weitere Informationen finden Sie hier.

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In unserem nächsten Blog-Beitrag erfahren Sie, wie Unternehmen wie Frymaster, ein Bereich von Welbilt, die Transparenz für Vorarbeiter und Produktionsmitarbeiter erhöht.

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Der Autor

Emily Larkin Emily Larkin is the Product Manager for PTC's ThingWorx Navigate. She's focused on delivering digital solutions to bring valuable engineering information from domain systems, across the enterprise to enable collaboration and improve product time to market. She joined PTC in 2019 from GE where she served as a Senior Consultant focused on business strategy and technology risk management. She holds a BS in Information Science from the University of North Carolina at Chapel Hill, and an executive degree in Business Administration from Indiana University Kelley School of Business.