Herausforderungen: Datensilos aufbrechen
ZF beschäftigt an über 270 Fertigungsstandorten in 42 Ländern weltweit rund 150.000 Mitarbeiter. Die Teams mussten in Silos arbeiten, ohne automatisierte Möglichkeit zum Austausch aktueller Produktinformationen zwischen Geschäftsbereichen, Zulieferern und Kunden. Die IT-Umgebungen waren weder aus Tool- noch aus Prozess-Perspektive harmonisiert, sodass die Benutzer auf veraltete Informationen angewiesen waren, in denen die neuesten Produktänderungen und Varianten nicht enthalten waren. Da sie mit Daten arbeiteten, die oft mehrere Wochen alt waren, war das Vertrauen in die auf ihrer Grundlage getroffenen Entscheidungen gering.
Zur Unterstützung sämtlicher Geschäftsaspekte wollte ZF mit seiner Initiative zur digitalen Transformation drei wesentliche Herausforderungen angehen:
Zusammenarbeit in der technischen Entwicklung:
ZF musste seine Produktentwicklungsumgebung schnell vereinheitlichen. Da Software ein wesentliches Alleinstellungsmerkmal der Mehrheit der neuen Produkte ist, war es dringend notwendig, Software, mechanische und elektronische Komponenten in einem für die Ingenieure sinnvollen Ablauf zusammenzuführen.
Enterprise-Zusammenarbeit:
Um die Vorgaben für Time-to-Market und Qualität zu erfüllen, mussten die Elektronikabteilungen von ZF auf sicherem Weg Echtzeit-Daten für das erweiterte und größtenteils dezentrale Unternehmen bereitstellen, inklusive Endanwendern und anderer Geschäftsbereiche von ZF. Als Tier-1-Zulieferer musste das Unternehmen außerdem Daten aus verschiedenen CAD-, ECAD- und MCAD-Quellen über ein einzelnes sicheres Tool speichern und kommunizieren.
Demokratisierung der IT:
Die IT hat nie genügend Ressourcen. Anstatt den Technologiebedarf durch immer mehr IT-Ressourcen zu decken, benötigte ZF einen deutlich effektiveren und effizienteren Weg zur Demokratisierung der IT. ZF musste eine Möglichkeit finden, der Business-Community Daten über verwaltete Plattformen zur Verfügung zu stellen, sodass das Unternehmen selbstständig IT-Lösungen entwickeln kann.
Meinung: ZF als Benchmark für Teamarbeit
Globaler CIO
Dr. Jürgen Sturm aus Friedrichshafen ist Chief Information Officer der ZF Group. Gemeinsam mit seinem globalen Team unterstützt Dr. Sturm Innovationen bei neuen Prozessen und Geschäftsmodellen, inklusive der notwendigen Technologie-Governance, Architektur und Cyber-Sicherheit. Sein Team entwickelt Digital-Thread- und IoT-Lösungen für mehr Agilität und Geschwindigkeit im gesamten Unternehmen.
Vice President des IT Value Center
Frederik Verster ist in Koblenz als Vice President des IT Value Center verantwortlich für alle Anwendungen in Produktentwicklung, Produktion und Qualitätssicherung. In dieser Funktion liegt sein Hauptaugenmerk darauf, dass die IT-Strategie die Geschäftsstrategie von ZF unterstützt, damit die Anwendungs-Roadmap auf aktuelle und zukünftige Anforderungen der Organisation abgestimmt wird.
Head of IT Software Engineering
Mukul Jain im indischen Hyderabad ist Leiter der Abteilung IT Software Engineering und Mitbegründer des ZFworx Center of Excellence (in diesem Fall Windchill Navigate). Durch die Beschleunigung von Digitalisierungsinitiativen mit einer Plattform, die IT-Funktionen zur Selbstbedienung unterstützt, hat er das Unternehmen agiler gemacht.
Electronic Division – Engineering Manager
Wolfgang Ruedell in Koblenz ist im Elektronikbereich von ZF für die Entwicklungs-Tools zuständig. Gemeinsam mit seinen Partnern in der technischen Entwicklung untersucht er den Bedarf an Tools, deren Verwendung und Optimierung sowie die benötigten Datengrundlagen. Er arbeitet eng mit der IT-Abteilung zusammen und fungiert als Vermittler zwischen technischer Entwicklung und IT.
Electronic Division – Endanwenderin
Natalia Czaja im polnischen Częstochowa ist Manufacturing Configuration Management Analyst. Ihr Team unterstützt die Prozesse im Elektronikbereich von ZF vom Projektstart bis zum Abschluss. Ihr Hauptschwerpunkt ist die sorgfältige Vorbereitung von Änderungsanträgen.
Übersicht über die Lösung: PLM als einzige maßgebliche Datenquelle
Kritisch für die Umsetzung der Vision von ZF war die Implementierung von bereichs- und funktionsübergreifenden zentralen Software-Plattformen, die die für die Entwicklung innovativer Produkte nötige Zusammenarbeit ermöglichen. Im Fokus stand die Bereitstellung von Lösungen, die Daten für die verschiedenen Geschäftsbereiche bereitstellen, die dann für Analysezwecke und KI-Anwendungen (künstliche Intelligenz) genutzt werden.
Es beginnt bei den Maschinenbauingenieuren von ZF, die Creo nutzen. Windchill dient als zuverlässige und allgemein gültige Datenquelle für sämtliche Produktdaten. Die Windchill Plattform unterstützt wo möglich standardisierte Prozesse, lässt wo nötig aber auch Varianten zu. ZF nutzt außerdem Kepware für Maschinenkonnektivität – ein kritischer Faktor für die digitale Transformation der Fertigungsstätten. Windchill Navigate dient als Integrationsplattform für Daten, nicht nur aus Windchill, sondern auch aus anderen älteren PLM-, Programm-Management- und ERP-Systemen usw. Vuforia ist eine der tragenden Technologien für die Qualitätsprozesse in den Fabriken. Die Augmented-Reality-Funktionen leiten Mitarbeiter in der Produktion durch die Qualitätsprüfungen. Diese Datenrevolution ermöglicht eine radikale Umgestaltung von fast allen Geschäftsmodellen, Geschäftsprozessen, Produkten und Dienstleistungen von ZF. Software und Technologie rücken ins Zentrum des Geschäfts – ein wesentlicher Wettbewerbsfaktor für das Unternehmen. Die Ergebnisse sind signifikant: ZF konnte Entscheidungsprozesse und die Markteinführung beschleunigen, die Produktivität steigern und die Produktqualität insgesamt verbessern.
Implementierung im Spotlight: Windchill Navigate für die Zusammenarbeit
Zur Unterstützung der Philosophie „Sehen, Überlegen, Handeln“ setzt ZF auf Windchill Navigate. Windchill Navigate ermöglicht es, Produktinformationen in benutzerfreundlichen Apps zu „sehen“, durch Kombination verschiedener Datenquellen in einer App oder einem Bericht zu „überlegen“, und durch die Unterstützung beim Treffen und Umsetzen von datengestützten Entscheidungen zu „handeln“. Durch die Verwendung von Echtzeit-Daten, Analysen und KI konnte ZF die dynamische Zusammenarbeit transformieren.
Dank des Low-Code-Plattformkonzepts und der wiederverwendbaren Benutzeroberflächenkomponenten von Windchill Navigate kann ZF seinen Mitarbeitern weltweit IT-Funktionen zur Selbstbedienung zur Verfügung stellen. Entwickler können Apps in wenigen Stunden statt mehreren Wochen erstellen, ohne die Ursprungssysteme oder Konnektoren zu beeinträchtigen – und fast ohne Einbeziehung der IT. ZF hat die drei folgenden wichtigen Apps entwickelt:
Where-Used App
Part Information Report App
ZF Windchill Insight App
Erfahren Sie, mit welchen PTC Produkten ZF seine digitalen Innovationsinitiativen umsetzt.
PT Windchill unterstützt die Zusammenarbeit im Unternehmen. Die bahnbrechenden Funktionen von Windchill verbinden dezentral arbeitende Teams und stellen eine zuverlässige und allgemein gültige Datenquelle für Produkt- und Prozessdaten zur Verfügung.
Über aufgaben- und rollenbasierte Windchill Navigate Anwendungen können Sie nachgeschalteten Stakeholdern den direkten Zugriff auf aktuelle Produktdaten ermöglichen. Gelegentliche Nutzer können einfach auf Daten in den Unternehmenssystemen zugreifen – ohne Schulungen.