Einsparungen in Millionenhöhe durch Wiederverwendung

Quantifizierung des Werts der Teile- und Familienklassifizierung

Angenommen, ein Hersteller führt jedes Jahr 10.000 neue Teile im Wert von je rund 5.000 USD ein. Schon eine 2%ige Verbesserung der Teilewiederverwendung könnte Einsparungen in Millionenhöhe bewirken. Warum fokussieren also nicht mehr Hersteller ihre Energie auf die Organisation und Klassifizierung ihrer Teile, um die Wiederverwendung zu stärken? Wie berechnen Sie die realen Kosten der Einführung und Pflege eines neuen Teils über die gesamte Lebensdauer eines Produkts? Und wie lässt sich das Duplizieren von Teilen am besten verhindern?

Lifetime Value eines Teils in der gesamten Wertschöpfungskette

In den Lifetime Value eines Teils sollten nicht nur die Kosten für seine Erstellung einfließen. Im folgenden Beispiel werden die zahlreichen Teams skizziert, die häufig im Lebenszyklus eines Teils vom Projekt über die Produktion bis hin in die Aftermarket-Phasen involviert sind.



 

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Abgestimmte Klassifizierung: Ein Geschenk, das sich immer wieder lohnt

Erstellen Sie ein Teile-Governance-Projekt, bei dem unnötig komplexe Produkte eliminiert werden. Die Teileklassifizierung hilft Ingenieuren dabei, die richtigen Teile von bevorzugten Anbietern auszuwählen, bevor es zu spät ist, nein zu sagen! Die Kosten im Zusammenhang mit schlechter Teilewiederverwendung, Ausschuss und hohen Beständen sind Grund genug, die Klassifizierung anzugehen. Hersteller, die vorhandene Teile klassifizieren und wiederverwenden, verzeichnen u.a. die folgenden bedeutenden Vorteile:




 

Geringere Kosten:

Neue Teile können teuer sein. Durch die Wiederverwendung von Teilen können Unternehmen nicht nur Zeit sparen und die Produktbereitstellung beschleunigen, sondern auch die Material- und Lagerkosten senken.

Weniger Verzögerungen und Komplexität:

Durch sauber organisierte Teiledaten können Unternehmen schnell vorhandene Teile finden und referenzieren, die den Konstruktionsvorgaben entsprechen. Dadurch wird unnötiger Zeitaufwand für das Erstellen neuer Teile verhindert und zugleich die Time-to-Market erhöht.

Optimiert für Fertigung und Service:

Wenn es weniger doppelte Teile und Zeichnungen gibt, erleichtert dies Fertigungs- und Service-Technikern die Planung, Montage, Prüfung und Durchführung.

Nutzenrechnung: Einsparungen von mehreren Millionen pro Jahr

Bei der Berechnung des Nutzens der Wiederverwendung von Teilen ist eine Reihe von Faktoren zu berücksichtigen, beispielsweise Teiletyp, Projektphase und Dauer des Teils pro Projektphase.

Im folgenden Beispiel könnte der Hersteller die Einführung von rund 160 neuen Teilen pro Jahr vermeiden (10.000 neue Teile x 2 % redundante Teile x 80 % Wahrscheinlichkeit der Redundanzvermeidung). Multipliziert man die 160 redundanten Teile pro Jahr mit dem gesamten Kapitalwert für ein neues Teil (15.000 USD), bedeutet das eine Ersparnis von rund 2,4 Mio. USD pro Jahr allein durch die Wiederverwendung. Um die Auswirkung der wiederverwendeten Teile im ersten Jahr über die gesamte Lebensdauer zu ermitteln, können wir die gesamte Lebensdauer dieser wiederverwendeten Teile mit ihrem Lifetime Value multiplizieren. Dadurch kommen wir auf eine Gesamtersparnis von 55 Mio. USD in 23 Jahren. Der Kapitalwert kann mit dem internen Zinssatz des Unternehmens berechnet werden.


Parameter Einheit Wert
Eingeführte neue Teile/Jahr
#
10,000
- Anteil einfacher Teile %
30%.
- Anteil normaler Teile %
50%
- Anteil komplexer Teile %
20%
Anteil der redundanten Teile % 2%
Wahrscheinlichkeit der Redundanzvermeidung % 80%
Kapitalwert USD/Jahr $15,000
- Kosten für neues Teil, Projektphase USD/Jahr $5,000
- Kosten für neues Teil, Produktionsphase USD/Jahr $5,000
- Kosten für neues Teil, Aftermarket-Phase USD/Jahr $5,000
Lebenszyklusdauer des Teils Jahre 23
- Dauer der Projektphase Jahre 3
- Dauer der Produktionsphase Jahre 5
- Dauer der Aftermarket-Phase Jahre 15
Geschätzte Ersparnis pro Jahr
((10.000 Teile/Jahr) x 2 % redundante Teile) x 80 % Wahrscheinlichkeit der Redundanzvermeidung)) x 15.000 USD Kapitalwert
USD/Jahr 2,4 Mio. USD

Teilewiederverwendung durch PLM

Allein aus Kostensicht liegen die Vorteile der Teilewiederverwendung auf der Hand. Wie geht ein Hersteller dazu vor? Überlegen wir uns zunächst, was Teileklassifizierung eigentlich bedeutet. Bei der Teileklassifizierung werden Produkte, Teile und Dokumente so organisiert, dass sie einfach abgerufen werden und Verschwendung vermieden wird. Durch die Standardisierung und Klassifizierung von Produkten fördern Unternehmen die Wiederverwendung von Informationen und Teilen im Entwicklungsprozess.

Es gibt zwei Arten der Teileklassifizierung mittels PLM-Software (Produktlebenszyklus-Management):


1. Teileklassifizierung
Erstellen einer ersten Beschreibung zur Klassifizierung von Teilen, die mit zusätzlichen Attributen ergänzt werden kann, sodass eine einfache Untergliederung der Teile in verschiedene Kategorien ermöglicht wird.

Beispiel: Eine Schraube
Diese würde zunächst mit der Beschreibung „HEX HEAD, HEAVY“ in die Kategorie „Hardware“ eingeteilt werden. Die weitere Klassifizierung erfolgt mit beschreibenden Attributen wie Länge, Oberflächengüte und Gewindesteigung.

2. Zulieferer-Management
Bei zahlreichen Teilen von verschiedenen Zulieferern hilft das Zulieferer-Management Unternehmen dabei, beim Definieren eines Produkts zu wissen, welche Teile von welchem Zulieferer bezogen werden können.

Beispiel: Eine Schraube
Wenn eine Schraube bei verschiedenen Zuliefererunternehmen erhältlich ist, ist PLM notwendig, um die Beziehung zwischen Teilen und Zulieferern mit Regions-, Verfügbarkeits-, Kosten- oder Compliance-Informationen zu definieren.

Zentrale Funktionen, mit denen Hersteller eine schnelle und reibungslose Interaktion sicherstellen können:

  • Automatische Benennung von Teilen und Dokumenten anhand von Attributen
  • Lokalisierte Teileinformationen
  • Konfigurierbares Klassifizierungsschema für spezifische Geschäftsanforderungen
  • Vereinfachte Zuweisung oder Klassifizierung neuer Teile und Dokumente
  • Mehrere Methoden zum Suchen und Verfeinern der Suche


seagate-logo-500x500 Seagate musste über 30 Millionen Datensätze migrieren und hatte mehrere Entwicklungszentren, interne und externe Zulieferer sowie Vertragshersteller und Original Design Manufacturers.
Durch die Implementierung der Teileklassifizierung mit Windchill erstellte Seagate zwei Klassen: eine für Teile und eine andere für Werkzeugsätze. Ermöglicht wurde dies durch ein funktionsübergreifendes Team, das alle Benutzer in der Wertschöpfungskette berücksichtigte. Seagate verlagerte über eine Million Teile in die Windchill Umgebung und klassifizierte sie so, dass ein schnelles und effizientes Suchen und Durchblättern ermöglicht wurde. Das Unternehmen konnte zur späteren Referenzierung einen Datensatz für Teilenummern und Zulieferern erstellen, um die Effizienz und Zusammenarbeit in der Wertschöpfungskette insgesamt zu verbessern.

Weitere Ideen zur Klassifizierung und besseren Verwaltung Ihrer Teile finden Sie unter Teileklassifizierung und Vermeidung doppelter Teile | PTC.