Blogs Highlights von der PTC Industrial Exchange 2025

Highlights von der PTC Industrial Exchange 2025

14. August 2025 Lösungen für den Maschinenbau

Dr. Florian Harzenetter ist Senior Director und Global Advisor für Industrie-Kunden bei PTC. In dieser Funktion erfasst er die spezifischen Bedürfnisse von Kunden und hilft dabei, ihre Roadmaps und Strategien so auszurichten, dass eine erfolgreiche Einführung von PTC-Technologien gewährleistet ist. Aus dieser Perspektive hilft er auch dabei, die Angebote von PTC auf die Bedürfnisse der Kunden abzustimmen.

Heute fungiert Florian als globaler Experte, der die Stimme des Kunden in den PLM-Produktsegmenten vertritt und Thought-Leadership für Industriekunden entwickelt.

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„Themen, die exakt ins Mark treffen“, so das Fazit eines Teilnehmers der diesjährigen PTC Industrial Exchange. Auf dem 6. Branchentreffen für den Maschinen- und Anlagenbau diskutierten über 100 führende Vertreter der Branche in der inspirierenden Atmosphäre des ZEISS Forums in Oberkochen darüber, wie sich Unternehmen resilient und zukunftssicher aufstellen können.

Die Veranstaltung bot so eine wertvolle Plattform für Wissensaustausch, Best Practices und Networking innerhalb der Branche und darüber hinaus.

Einige Themen zogen sich durch zahlreiche Vorträge:

Transformation Richtung Zirkularität

Die Zirkularität, bzw. der Intelligent Product Lifecycle, stand im Zentrum der Eröffnungspräsentation von Dr. Florian Harzenetter und Tillmann Jüngst von PTC. Die Verbindung der Prozesse von der Definition und dem Design über Sourcing und Produktion bis zum Service und wieder zurück in die Definition und das Design – dieser Kreislauf ermöglicht Maschinen- und Anlagenbauern, die größten aktuellen Herausforderungen zu beantworten:

  • Software-getriebene Produkte
  • eine praktisch unbegrenzte Anzahl an Produktvarianten
  • volatile Lieferketten und geopolitische Spannungen
  • Serviceleistungen für spezifische Kundensettings
  • Innovationen basierend auf Einsichten aus der Nutzung ihrer Produkte
  • Transformationsprozesse

Ohne saubere Daten keine Digitalisierung

Der Intelligent Product Lifecycle basiert auf Produktdaten und wird angetrieben durch KI. So betonen auch mehrere Vortragende: Datenqualität ist eine strategische Grundvoraussetzung.

PTC Windchill

Was ist Windchill?

Nutzen Sie die standardisierten Funktionen eines umfassenden Portfolios von PDM- und erweiterten PLM-Anwendungen.

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Gastgeber ZEISS ist seit 180 Jahren ein hochinnovatives Unternehmen, das wurde bei der Tour durch das ZEISS Museum klar: Mithilfe von ZEISS-Mikroskopen wurden 30 Nobelpreise gewonnen, das ikonische „Earthrise“-Foto der Apollo-8-Mission wurde mit einem ZEISS-Objektiv geschossen. Heute wird ein Großteil der Mikrochips mit Lithographie-Optiken von ZEISS gefertigt – und das Unternehmen transformiert sich von einer rein Innovations- zur auch Daten- und Prozess-getriebenen Organisation.

In einem Live Showcase konnten die Teilnehmenden erleben, dass das modellbasierte Unternehmen (Model-Based Enterprise, MBE) bei ZEISS keine Vision mehr ist, sondern Realität: David Kahn von ZEISS Metrology zeigte, wie physische Bauteile mittels Reverse Engineering digitalisiert, das Modell in Creo mit PMI (Product Manufacturing Information) angereichert und an eine NC-Fräsmaschine weitergeleitet wird. Die Vorteile: höhere Effizienz, Transparenz und Qualität, geringere Kosten und kürzere Markteinführungszeiten.

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Model-based Enterprise in Aktion

Für Design, Fertigung und Vertrieb von Landmaschinen und Präzisionstechnologie verfolgt AGCO die Strategie, konsistente, genaue Produktdaten über den gesamten Produktlebenszyklus bzw. die gesamte Wertschöpfungskette zu verbinden und wiederzuverwerten – von der CAD-BOM über die eBOM, mBOM, As-Built- bis zur As-Serviced-BOM. Denn nur so lässt sich der hohe Anspruch an Service und Qualität bei Produkten erfüllen, die gut 20 Jahre und länger im Feld sind.

Standardisierung als Schlüssel, SAP S/4HANA als Katalysator

Die Umstellung auf SAP S/4HANA ist oft Startpunkt für die Standardisierung von Systemen und Prozessen. Denn erst standardisierte Prozesse machen die Potenziale digitaler Werkzeuge – Skalierbarkeit, Effizienz, bessere Zusammenarbeit und kürzere Time-to-Market – wirklich nutzbar. So ist Standardisierung bei AGCO die Basis für den digitalen Faden – sowohl bei den Systemen wie Creo, Windchill und SAP, als auch bei den Prozessen. Die Ziele: Fabrik-Simulationen und AR-Applikationen, die den Service unterstützen.

TRUMPF koppelte den Umstieg auf S/4HANA mit der Einführung eines PLM. Heute läuft Windchill erfolgreich in der Cloud mit 1.300 Nutzerinnen und Nutzern und TRUMPF ist bereits in die nächste Etappe gestartet: PLM NEXT, der Aufbau eines durchgängigen Produktdaten-Fadens von den Anforderungen bis hin zum Kunden. Die nächsten Schritte: IIoT-Anwendungen für die Produktion, AR/VR-gestützte Trainings und 3D-Visualisierungen für den Vertrieb.

SKF, Anbieter von Lager, Dichtungen, Schmierstoffmanagement, Zustandsüberwachung und Dienstleistungen, etablierte mithilfe eines zentralen Templates global einheitliche Serviceprozesse, die gleichzeitig genug Spielraum für regionale und branchenspezifische Besonderheiten lassen – technisch gestützt durch S/4HANA und ServiceMax.

PTC ServiceMax

Asset-zentriertes Field Service Management

ServiceMax ermöglicht die Servicebereitstellung mit Automatisierung, vorbeugender Wartung, Self-Service für Kunden uvm. auf einer Plattform

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Bei CARIAD, Softwareunternehmen der Volkswagen Group, führt der Weg von der dezentralen Softwareentwicklung zu einheitlichen Prozessen und Methoden. Inzwischen fahren von den Marken der Gruppe über 40 Millionen vernetzter Fahrzeuge mit der Software, alle mit einem Backend. CARIAD setzt hierfür auf Application Lifecycle Management (ALM) mit Codebeamer als zentraler Plattform und pure::variants für das Variabilitätsmanagement.

Um den wertvollen Datenschatz aus den Software-getriebenen Fahrzeugen heben zu können, braucht es einen Kreislauf von der Generierung und Übertragung der Daten im Fahrzeug zurück ins Unternehmen, wo die Daten analysiert und zur Optimierung oder Entwicklung neuer Software genutzt werden, die als Over-The-Air-Updates auf die Fahrzeuge aufgespielt wird.

Dr. Isabelle Faus berichtete anhand einer Geschichte voller Abenteuer und Erkenntnisse, wie Balluff sein Anforderungsmanagement grundlegend neu strukturierte. Sie begann in Chaos – aka Word-Files als weitgehend unstrukturierte Lasten- und Pflichtenhefte. Mit dem magischen Werkzeug Codebeamer etablierten die Helden einen systematischen, zentral gesteuerten Ansatz, der auf Wiederverwendbarkeit beruht. Im Laufe der Geschichte wurde immer klarer: Die Mitarbeitenden müssen im Mittelpunkt stehen.

Change Management und Kommunikation – oft unterschätzt, selten überflüssig

Der technische Teil einer Transformation bringt Herausforderungen mit sich, die größte ist jedoch der Wandel in den Köpfen – das betonten zahlreiche Vortragende.

Ganz besonders gilt dies, wenn stark auf die individuellen Bedürfnisse angepasste Systeme durch Standardanwendungen abgelöst werden, so die Erfahrung von Dr. Alexander Burger von TRUMPF. Den Faktor Mensch, Offenheit und konstruktive Kritik sieht er aber auch als Erfolgsfaktor in der Zusammenarbeit mit PTC bei einem Projekt, das tief in die Organisation eingreift, Jahre umfasst und bei dem zahlreiche Hürden zu überwinden sind.

Thomas Jahn von AGCO wies nicht nur darauf hin, dass es auf die Menschen ankommt, sondern auch, wie wichtig es ist, dass alle Funktionen und Rollen, die im ePLM-Team vertreten sind, den gesamten Prozess verstehen.

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„Die PTC Industrial Exchange – Ein Forum von der Industrie für die Industrie.“

Die Motivation: Neue Wertschöpfung

Eine kaufmännische Betrachtung brachte Dr. Helmut Draxler von INNIO ein. Denn jede Digitalisierung eines Unternehmens hat einen großen Impact auf die Produkte und/oder die Prozesse – und damit auf dessen Geschäftsmodell. Der richtige Business Case ist damit erfolgsentscheidend. Im Maschinen- und Anlagenbau sieht er neue Wertschöpfungspotenziale nicht in den Produkten, sondern in Daten-getriebenen Geschäftsmodellen im Service.

Für Jesko Klandt von CARIAD ist die zentrale Frage nicht nur in der Automobilindustrie: Liegt die Wertschöpfung in der Software, in der Hardware oder in der Kombination aus beiden? Sobald Software beteiligt ist, empfiehlt er, den Use Case und den Business Case als Ausgangspunkt aller Überlegungen zu nutzen.

Fazit

Die Vorträge und der persönliche Austausch zeigten: Die digitale Transformation der Industrie ist anspruchsvoll. Die technischen Möglichkeiten sind da – entscheidend ist es, wie Unternehmen sie strategisch nutzen. Wer Daten und Systeme, Prozesse und Menschen zusammenbringt, kann sich resilient und zukunftssicher aufstellen.

Wie dies am besten gelingt, darüber gibt es reichlich Bedarf zum Austausch. Hierfür nutzten die Teilnehmenden ausgiebig die zahlreichen Möglichkeiten zum persönlichen Gespräch und Networking. Mit der PTC Industrial Exchange schaffen wir gerne jedes Jahr den Rahmen dafür, und freuen uns, wenn Sie beim nächsten Mal mit dabei sind.

Florian Harzenetter

Dr. Florian Harzenetter ist Senior Director und Global Advisor für Industrie-Kunden bei PTC. In dieser Funktion erfasst er die spezifischen Bedürfnisse von Kunden und hilft dabei, ihre Roadmaps und Strategien so auszurichten, dass eine erfolgreiche Einführung von PTC-Technologien gewährleistet ist. Aus dieser Perspektive hilft er auch dabei, die Angebote von PTC auf die Bedürfnisse der Kunden abzustimmen.

Heute fungiert Florian als globaler Experte, der die Stimme des Kunden in den PLM-Produktsegmenten vertritt und Thought-Leadership für Industriekunden entwickelt.

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