Auch wenn einige Aspekte der Umsetzung noch ausgearbeitet werden, steht fest, dass DPPs verpflichtet sein werden, entsprechende Produkte innerhalb der EU zu verkaufen. Zudem müssen alle zugehörigen Produktdaten zugänglich, rückverfolgbar und durch Nachweise belegt sein. Parallel dazu wird erwartet, dass einige Berichtskonzepte eher auf Kategorieebene als streng nach einzelnen Produkten gehandhabt werden – während die übergeordnete operative Anforderung darin besteht, dass Organisationen Produktdaten so erfassen, standardisieren und verknüpfen können, dass sie systemübergreifend interoperabel sind und bei Bedarf zugänglich, überprüfbar und rückverfolgbar gemacht werden können.
Die wichtigste Frage, die noch offen ist, ist, wie es weitergehen wird: Welche Berichtsplattform wird ausgewählt (die von der EU am 19. Juli 2026 eingeführt werden soll), wie werden Unternehmen darauf zugreifen, welche Informationen werden veröffentlicht oder eingeschränkt, und wie werden Informationen gespeichert, geregelt und verwaltet. Die wichtige Schlussfolgerung ist, dass Marken nicht auf die endgültigen Plattformmechanismen warten müssen, um mit den Vorbereitungen zu beginnen – denn die schwierigste Arbeit liegt im Vorfeld bei der Datenbereitschaft, Rückverfolgbarkeit und Governance.
Dies wird viel greifbarer, sobald dieses DPP-Register eingerichtet ist. Produkte erhalten eine eindeutige Kennung, und Marktüberwachungsbehörden sowie Zollbehörden können überprüfen, ob ein Pass vorliegt, ob er gültig ist und ob das Produkt in Verkehr gebracht werden darf. Das Register dient nicht dazu, den gesamten Pass zu speichern oder jede Nachhaltigkeitsangabe zu validieren; es überprüft formale Elemente wie Existenz, Authentizität und Integrität, während der Inhalt des Passes beim Hersteller, bei einem Dienstleister oder in einer dezentralen Infrastruktur verbleiben kann. Fazit: Sobald das Register in Betrieb geht, wird Erfolg weniger dadurch definiert, was eine Marke angibt, als vielmehr dadurch, was ihre Systeme nachweisen können.
Für den Einzelhandel, die Bekleidungs-, Schuh- und Konsumgüterbranche ist dies eine strukturelle Herausforderung, da Produktdaten oft über PLM, Beschaffung, Lieferantenportale, Compliance-Dokumentation und nachgelagerte ERP-/Rückverfolgbarkeitstools verstreut sind. Genau diese Fragmentierung deckt die DPP-Bereitschaft auf: Sie zwingt Unternehmen dazu, verifizierbare Produktdaten kontinuierlich zu pflegen – trotz Stücklistenänderungen, Materialersetzungen, Lieferantenaktualisierungen und realen Fertigungsbedingungen –, anstatt am Ende hastig nach Belegen suchen zu müssen.
Die praktische „To-do-Liste“ ist einfach: Führen Sie eine Bereitschaftsbewertung nach Produktkategorie und Zeitplan durch; erfassen Sie, wo sich Ihre Produkt-, Komponenten-, Material- und Lieferkettendaten derzeit befinden, wer dafür verantwortlich ist und – was noch wichtiger ist – wo möglicherweise Lücken bestehen; straffen Sie die Verwaltung der Kernproduktdaten, damit diese konsistent und überprüfbar sind; und verbessern Sie die Interoperabilität, damit Nachweise nicht manuell über Teams und Partner hinweg neu erstellt werden müssen.
Aus Sicht von PTC ist es sinnvoll, dies als ein Problem des Produktdaten-Betriebsmodells zu betrachten: Eine Retail-PLM-Plattform kann als System of Record für Produktdefinitionen, Änderungskontrolle und Compliance-Dokumentation dienen – und dabei helfen, den Pass im Einklang mit der Produkttatsache zu halten, während sich Produkte weiterentwickeln, ohne das Thema zu einem Verkaufsargument zu machen. Die Ziele von ESPR sind klar, doch der volle Umfang digitaler Produktpässe muss noch bestätigt werden. In der Zwischenzeit können sich Marken und Einzelhändler vorbereiten, indem sie langlebigere, nachhaltigere und kreislauffähige Produkte herstellen; indem sie Textilien aus nachhaltigeren Quellen und recycelte Textilien verwenden; indem sie die ESG- und Umweltstandards ihrer Lieferkettenpartner überprüfen und entsprechend neu zuweisen; indem sie Abfall am Ende der Lebensdauer proaktiv reduzieren; indem sie ihre Datenerfassung detaillierter gestalten; und indem sie enger mit Datenanbietern zusammenarbeiten, insbesondere aus ihrer Lieferkette.
Als nächstes
Vorbereitungen für den digitalen Produktpass der EU: ESPR, Zeitpläne und Datenbereitschaft
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