Vier Möglichkeiten für Medizintechnikunternehmen, die Rentabilität zu steigern




Welche Ziele sind für Sie als Unternehmen in der Medizintechnikbranche die wichtigsten für 2017 und darüber hinaus? Ganz oben auf der Liste steht wie in den meisten Branchen vermutlich die Verbesserung der Rentabilität. Viele der Maßnahmen, die Medizintechnikunternehmen zur Steigerung der Rentabilität ergreifen müssen, gelten jedoch speziell für ihre Branche. Medizintechnikunternehmen sollten sich mit den folgenden vier Bereichen befassen, um ihre Margen zu erhöhen.

1. Senkung der Compliance-Kosten

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Medizintechnikunternehmen haben eine lohnenswerte Aufgabe: Sie stellen Produkte her, die das Leben der Menschen verbessern. Angesichts der wichtigen Anforderungen, die zur Sicherstellung der Patientensicherheit gelten, unterliegt die Branche jedoch strengen Auflagen.  Infolgedessen ist Rentabilität nur durch die Einhaltung der Normen und Vorschriften der FDA und EU sowie anderer weltweiter Normen und Vorschriften zu erreichen.

Unternehmen wenden jedoch so viel Zeit und Geld für die Einhaltung der Auflagen auf, dass weniger Ressourcen für andere Faktoren, die die Rentabilität beeinträchtigen, zur Verfügung stehen.  Deswegen sollten sich Medizintechnikunternehmen Optionen ansehen, mit denen sich Compliance-Kosten reduzieren lassen. Viele Unternehmen gehen zu Technologien über, mit denen viele der manuellen Aufgaben in Verbindung mit Compliance erledigt und automatisiert werden können. Dank Funktionen wie Verfolgbarkeit können Berichte per Knopfdruck erstellt werden, sodass Dokumente nicht mehr manuell durchsucht werden müssen. Durch die Automatisierung mühsamer Aufgaben entstehen weitere Ertragschancen, da sich mehr Ressourcen auf Innovation und Qualität konzentrieren können. 

2. Berücksichtigung der Auswirkungen der Initiative „Case for Quality“

Wenn die Einhaltung der Auflagen erleichtert wird, können Medizintechnikunternehmen mehr Ressourcen für einen der größten Bereiche, die die Rentabilität beeinflussen, einsetzen: die Qualität.  McKinsey kommt in der Studie The Business Case for Medical Device Quality zu der Einschätzung, dass außerplanmäßige qualitätsbezogene Ereignisse, z.B. wichtige Beobachtungen, Rückrufe, Abmahnungen und Anerkenntnisurteile, zusammen mit damit verbundenen Garantien und Rechtsstreitigkeiten die Branche zwischen 2,5 Milliarden USD und 5 Milliarden USD pro Jahr kosten. Abgesehen davon, dass dies einen enorm hohen Kostenfaktor darstellt, der zu gewaltigen Einbußen bei der Rentabilität führt, lassen sich durch höhere Qualität auch höhere Umsätze erzielen. McKinsey schätzt, dass Unternehmen, die qualitätsorientierte Best Practices anwenden, eine Gewinnsteigerung von 3 % bis 4 % ihrer Umsätze erzielen können. Die Umsatzsteigerung allein könnte eine Chance im Wert von 3,5 Milliarden USD für die Branche darstellen.

Die Übernahme von qualitätsorientierten Prozessen bringt zwar beträchtliche Geschäftsvorteile mit sich, Medizintechnikunternehmen sollten sich jedoch auch darauf einstellen, dass das Qualitätsmanagement verstärkt in den Fokus der Behörden gerät. Durch die Auswertung von Studien, einschließlich The Business Case for Medical Device Quality von McKinsey, ist die FDA zu dem Schluss gekommen, dass herkömmliche regulatorische Ansätze für Inspektionen und Durchsetzungsmaßnahmen nicht so effektiv sind, wie zu wünschen wäre. „Ein rein regulatorischer Ansatz, der sich auf die Einhaltung der Auflagen des Qualitätssystems beschränkt, reicht nicht aus und kann Gerätehersteller sogar von Innovationen zur Steigerung der Gerätequalität abbringen“, so Dr. Jeffrey Shuren, Director, Center for Devices and Radiological Health der FDA. Er fügt hinzu: „Die Erkennung dieser Gegebenheiten hat zu dem Start der Initiative ‚Case for Quality‘ geführt.“ Dr. Shuren erklärt als Nächstes, was dies für Medizintechnikunternehmen bedeutet. „Wenn nicht mehr nur die Einhaltung der in unseren Vorschriften beschriebenen minimalen betrieblichen Anforderungen im Mittelpunkt steht und stattdessen ein höheres und nachhaltiges Qualitätsniveau in den Fokus rückt, kann dies für Endbenutzer ein besseres Produkt und für Gerätehersteller höhere Rentabilität und Qualität bedeuten, da weniger Rückrufe und unerwünschte Ereignisse auftreten und die Verbraucher mehr Vertrauen in ihre Produkte haben.“  Dies deutet darauf hin, dass Medizintechnikunternehmen, bei denen Qualitätsmanagement im Mittelpunkt steht, dadurch nicht nur finanzielle Vorteile genießen, sondern auch im Hinblick auf zukünftige Änderungen, die sich aus der Initiative „Case for Quality“ ergeben, gut aufgestellt sind.

Die Zusammenführung von Qualitätsinformationen und Produktinformationen kann das Qualitätsmanagement vereinfachen. Funktionen wie Verfolgbarkeit über den Produktlebenszyklus, Dashboards und Berichterstattungstools hinweg sowie Problemverfolgung können zur Verbesserung der Qualität beitragen.  Die richtige Technologie für Qualitätsmanagement ermöglicht es Unternehmen, innovativ zu sein und zugleich Risiken zu vermindern.

3. Ausgleich des für die behördliche Zulassung erforderlichen Zeitaufwands durch Verbesserung der Entwicklungseffizienz 

Lange Genehmigungsprozesse durch die Behörden bedeuten für Medizintechnikunternehmen Verzögerungen bei der Markteinführung neuer Geräte. Infolgedessen dauert es länger, bis die Unternehmen die Kosten für die Entwicklung wieder hereinholen. Die Entwicklung sollte deswegen möglichst effizient und schnell sowie kostenbewusst durchgeführt werden, ohne dass es zu Qualitätseinbußen kommt. Darüber hinaus ist es wichtig, die Entwicklung schneller als die Konkurrenz abzuschließen. Erhält ein Konkurrent das Patent, waren Ihre Anstrengungen und Investitionen umsonst. Versuchen Sie, so gut wie möglich Engstellen zu minimieren, die Effizienz zu verbessern und manuelle Aufgaben zu reduzieren.

4. Nutzung von Innovationen und Technologien wie z.B. das Internet der Dinge, um positive Patientenergebnisse zu fördern und Ertragschancen zu schaffen

Medizintechnikunternehmen sollten sich auch damit befassen, wie sie nachweisen können, dass die Geräte das Wohlbefinden der Patienten verbessern. Aufgrund einiger neuer Änderungen in den USA müssen medizinische Fachkräfte in manchen Fällen positive Patientenergebnisse vorweisen können, um eine Vergütung zu erhalten. Eine Möglichkeit, das zu erreichen, besteht darin, Innovationen zu nutzen, die durch das Internet der Dinge (IoT, Internet of Things) ermöglicht werden. Diese können zusammen mit den Anforderungen nach einheitlicher Produktkennzeichnung (UDI, Unique Device Identifier) die Verfolgbarkeit und Kommunikation – zum Nachweis der Geräteeffektivität – auf ein neues Niveau heben. Medizintechnikunternehmen, denen dies leicht fällt, können daraus möglicherweise auch einen Wettbewerbsvorteil ziehen. Dazu muss jedoch die richtige Technologie vorhanden sein.

Wenn sich Medizintechnikunternehmen auf diese vier wichtigen Bereiche konzentrieren, können sie ihre Wettbewerbsfähigkeit verbessern und die Rentabilität steigern.