Mannschaftssport Industrie 4.0: Warum wir Ökosysteme brauchen

Verfasst von: Martin Meßner
  • PLM
  • 8/26/2019
  • Lesezeit : 2 Minuten
Industrie 4.0 ist Mannschaftssport: Warum wir Ökosysteme brauchen

Dass die Digitalisierung kaum im Alleingang bewältigt werden kann, haben viele Industrieunternehmen schon selbst erfahren. Es bedarf Grundlagen, auf denen die Digitalisierung aufgebaut werden kann und eine partnerschaftliche Zusammenarbeit in einem Ökosystem, um sie zu realisieren. Der umgekehrte Ansatz, nämlich die Füße hochzulegen und Partner dafür sorgen zu lassen, dass sich das eigene Unternehmen wandelt, ist natürlich auch eine Wunschvorstellung. Wie so oft im Leben und in der Arbeitswelt ist Teamwork gefragt. Dabei steht immer die intelligente Vernetzung von Menschen, Maschinen und Prozessen im Mittelpunkt.

Um zu verdeutlichen, warum diese enge Vernetzung nötig ist, gehen wir nochmal einen Schritt zurück:
Der Fokus der Industrie 4.0 ist die Digitalisierung der industriellen Produktion; aus unflexiblen und starren Wertschöpfungsketten werden agile, flexible und global vernetzte Wertschöpfungssysteme. Um das zu erreichen, bedarf es einer partnerschaftlichen Kooperation aller Beteiligter – ein starkes Ökosystem.

Von einem Ökosystem in der Industrie spricht man - orientiert am Vorbild der biologischen Ökosysteme - von einem nützlichen oder wertvollen Zusammenspiel zwischen Organisationen und Unternehmen, die auf eine gemeinsame Wertschöpfung ausgerichtet sind.

Ein Beispiel: Die digitale Transformation bei der Firma Seisenbacher

Auch Softwareunternehmen können die digitale Transformation nicht alleine stemmen. Es bedarf erfahrener Partner, die ergänzend weitere notwendige Aspekte abdecken. Ein Beispiel für die Realisierung der digitalen Transformation beim internationalen Metallverarbeitungsunternehmen Seisenbacher ist die Zusammenarbeit des Ökosystems von Hewlett Packard Enterprise, Techsoft und PTC.

Alle drei Unternehmen zusammen können durch Teamwork die Digitalisierung verwirklichen. Techsoft als erfahrener Systemintegrator und HPE als Hardwareanbieter bilden dazu mit PTC als Softwareanbieter eine perfekte Symbiose. Offene Technologien und Services ermöglichen die Verknüpfung verschiedenster Daten aus unterschiedlichen Datenquellen über die gesamte Prozesskette wie der Betriebsdatenerfassung oder des Auftragsmanagements zu einem Datenbild. Dadurch können Mehrwerte generiert werden, wie die Time-to-Market signifikant zu verkürzen und Kunden optimaler zu versorgen.

Zusammenarbeit zwischen Anbietern: kein Altruismus, sondern Grundvoraussetzung für Interoperabilität, Standards und Offenheit

Ökosysteme können darüber hinaus in Form von Verbänden und Vereinen die digitale Transformation herstellerübergreifend vorantreiben. Bei der Vernetzung von Partnern zu agilen Wertschöpfungssystemen ist ein zentrales Element die Interoperabilität, also die Fähigkeit zur nahtlosen Zusammenarbeit von verschiedenen, unabhängigen Systemen oder Organisationen.

Laut der acatech Studie „Industrie 4.0 im globalen Kontext“ sehen die meisten Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Verbände in der Kooperation eine große Chance zu höherer Interoperabilität. Beispielsweise werden im Verein prostep ivip e.V. Anforderungen von Herstellern und Zulieferern der Fertigungsindustrie aufgenommen und zusammengetragen und somit IT-Anbietern ein Forum für mehr Interoperabilität geboten.

Die Basis für Interoperabilität stellen wiederum Standards dar, welche für eine bessere Integration von Lösungen in der Industrie 4.0 sorgen. Gut vernetze Ökosysteme mit standardisierter Architektur können aus den verknüpften Daten von Menschen und Maschinen neue Lösungsansätze und Geschäftsmodelle entwickeln.

Zusätzlich spielt Offenheit in der Industrie 4.0 eine sehr wichtige Rolle. Im Code of PLM Openness werden offene IT-Systeme angestrebt, welche dadurch einfach in vernetzte IT-Umgebungen integriert werden können. PTC erhielt als eines der ersten Unternehmen das Code of PLM Openness-Zertifikat. In diesem Zertifizierungsprogramm werden die Themenfelder Interoperabilität, Infrastrukturen, Erweiterbarkeit, Schnittstellen, Standards, Architekturen und Partnerbeziehungen untersucht und bewertet, wodurch transparente Strukturen und Erwartungen erzeugt werden.

Ein starkes Ökosystem baut somit auf Standards, Interoperabilität und (zertifizierter) Offenheit auf, dadurch wird die Kooperation transparent gestaltet und erleichtert.

Die digitale Transformation zum Einsatz bringen

Für viele Industrieunternehmen ist die ganzheitliche digitale Transformation noch nicht Wirklichkeit bzw. in weiter Ferne. Sie stehen meist noch vor der Frage nach konkreten Schritten zur Umsetzung.

Bei PTC legen wir großen Wert auf ein starkes Ökosystem und davon profitieren unsere Kunden. Gemeinsam mit unseren Partnern bieten wir einen direkten Einblick in die digitale Transformation in den Centern für digitale Transformation. Gerne laden wir Sie ein, hier konkrete Anwendungsfälle zu erleben und sich von unserem Partnernetzwerk beraten zu lassen.

Tags:
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Über den Autor

Martin Meßner

Martin trägt bei PTC die Themen Industrie 4.0, digitale Transformation und Digital Thread in seiner Rolle als Technical Sales Specialist in die Breite. Als Master of Systems Engineering und mit seinen Erfahrungen aus der Automobilbranche entwickelt er das PTC-Ökosystem in diesen Bereichen und treibt Projekte zur Entwicklung von konkreten Anwendungsfällen voran.

In seiner Freizeit macht er gerne Musik (Gesang & Gitarre), betreibt seit einigen Jahren Freeletics und ist begeistert, stetig neue Länder zu bereisen.

Industrie 4.0 ist Mannschaftssport - Warum wir Ökosysteme brauchen
In der Industrie 4.0 sollen aus unflexiblen und starren Wertschöpfungsketten agile, flexible und global vernetzte Wertschöpfungssysteme werden. Um das zu erreichen, bedarf es einer partnerschaftlichen Kooperation aller Beteiligter – ein starkes Ökosystem.