3 Gründe, warum technische Entwicklung und Fertigung voneinander abgekoppelt sind, und wie eine bessere Zusammenarbeit möglich ist

Autor: Julie Pike
  • PLM
  • 11/27/2018

Die effiziente Zusammenarbeit zwischen technischer Entwicklung und Fertigung ist kritisch, um im Zeitalter von Industrie 4.0 und Internet der Dinge (Internet of Things, IoT) die Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten. Der Erfolg hängt davon ab, inwieweit die Fertigung Prozesse straffen und sich mit der technischen Entwicklung und anderen nachgeschalteten Teams abstimmen kann. Für umfassende Agilität ist ein nahtloser Informationsfluss zwischen den Teams erforderlich, die die Herstellung von Produkten planen. Das bedeutet, die Fertigung benötigt einfach und rasch Zugriff auf aktuelle Produktinformationen. Das ist allerdings leichter gesagt als getan.

Der Fertigungsprozess umfasst in seiner grundlegenden Form die Herstellung von Teilen, die Montage der Endprodukte und die Durchführung von Prüfungen. Allerdings ist der Fertigungsprozess viel komplexer, weil er die spezifischen Anforderungen dreier Gruppen erfüllen muss: die der Kunden, die des Marktes und die des Unternehmens. Verkompliziert wird die Angelegenheit durch eine Reihe von Herausforderungen, denen viele Unternehmen beim Versuch begegnen, bessere Prozesse für die Fertigungsplanung zu definieren. In einer typischen Fertigungsumgebung arbeiten technische Entwicklung und Fertigung nahezu unabhängig voneinander. Das kann dazu führen, dass Teams isoliert in Silos und voneinander abgekoppelt arbeiten:

1. Unterschiedliche Systeme –Die technische Entwicklung nutzt in der Regel ein PLM-System (Produktlebenszyklus-Management) für die Verwaltung der digitalen Produktdefinition in Form einer technische Entwicklungsstückliste (eBOM). In der Fertigung kommt hingegen häufig ein ERP-System für die Fertigungsstückliste (mBOM) zum Einsatz – sowie die Prozesse und Elemente rund um das physische Produkt. Hierzu gehören Materialien, Inventar sowie die Verwaltung von Teilen und Zulieferern.

2. Unterschiedliche Datenverwaltung – In der technischen Entwicklung steht die Entwicklung von Produkt-Design und „Konstruktionsabsicht“ im Vordergrund. Entsprechend werden Daten auf Grundlage von Produktfunktionen organisiert, beispielsweise mechanischen, technischen und softwarebasierten Funktionen. In der Produktdefinition wird diese Komplexität in Form von Informationen zu Lebenszykluszustand, Teilenummern, eBOM, 3D-Modellen und Produktstrukturen erfasst.

In der Fertigung hingegen stehen die Fertigungsstrategie und die Produktion des Produkts im Fokus. Hier wird mit einer Definition des Produkts gearbeitet, die den Fertigungsfreigabestatus, die mBOM, die Arbeitsplätze, Werkzeuge, Ressourcen und Fähigkeiten umfasst. Diese Gruppe muss sich außerdem mit der Komplexität der Fertigung an mehreren Standorten und mit unterschiedlichen Anlagen, Prozessen und Ressourcen in verschiedenen Werken und Produktionslinien innerhalb eines Werks beschäftigen.

3. Unterschiedliche Datenmodelle - Entwicklungsdatenmodelle dienen der Verwaltung von CAD- und Produktstrukturinformationen. Produktentwicklungsteams betreiben häufig einen enormen Zeitaufwand, um Unmengen an wertvollen Informationen wie 3D-Modelle, Bearbeitungsschritte und Werkzeuginformationen sowie modellbasierte Definitionen zu erzeugen.

Datenmodelle für die Fertigungsplanung dienen der Werksorganisation, der Definition von Arbeitsplätzen und Werkzeugen, der Ressourcen und anderer fertigungsbezogener Prozesse. Doch nur wenige Fertigungsplanungsorganisationen profitieren vom Ergebnis all der in der technischen Entwicklung geleisteten Arbeit, indem sie die Informationen nahtlos in ihre Produktionspläne einbinden. Häufig werden Produktionspläne in Tabellen verwaltet, in die die Daten aus der technischen Entwicklung manuell eingegeben werden müssen.

Was kann eine Organisation tun, wenn eine (scheinbar) unüberwindbare Lücke zwischen Konstruktion und Produktion klafft? Der Schlüssel zum Erfolg ist ein digitaler Informations-Thread, der Informationen auf eine Weise von der technischen Entwicklung in die Fertigung transportiert, die für alle Stakeholder sinnvoll ist. Dieser digitale Thread trägt dazu bei, die Silos zwischen technischer Entwicklung und Fertigung aufzubrechen.

Die Vorteile eines digitalen Threads für die Fertigungsprozessplanung

Mit einem digitalen Thread können Produktentwicklungsdaten wie eBOMs, 3D-Visualisierungsobjekte sowie Optionen und Varianten in Lieferbestandteile für Produktionsplanung und Fertigung transformiert werden. Durch sinnvolle Fertigungsplanung können Hersteller den Wert und die Vielfalt der technischen Entwicklungsdaten bei ihren alltäglichen Aufgaben zur Optimierung der Produktionsplanung im Hinblick auf Effizienz, Flexibilität und Qualität in vollem Umfang nutzen. Letztendlich hat dies enorme Auswirkungen auf das Unternehmen:

  • Die gleichzeitige Entwicklung von Entwürfen und der Fertigungsprozessdefinition ermöglicht eine schnellere Fertigungsreife und damit eine kürzere Time-to-Market.
  • Die vereinheitlichte Erstellung von eBOM, mBOM, Fertigungsprozessen, Qualitätsplänen und Arbeitsanweisungen in einer vollständig digitalen Produktdefinition stellt sicher, dass Stakeholder alle zugehörigen Artefakte eines Produkts einfach auffinden und rasch Entscheidungen treffen können.

Silos zwischen technischer Entwicklung und Fertigung lassen sich aufbrechen. Eine PLM-Lösung (Produktlebenszyklus-Management), die Produktinformationen automatisch auf eine Weise an nachgeschaltete Prozesse kaskadiert, die für die Benutzer sinnvoll ist, ist ein sehr guter Schritt in die richtige Richtung. Klicken Sie hier, um zu erfahren, wie Sie jetzt den Einstieg in die Fertigungsprozessplanung schaffen.

 

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Über den Autor

Julie Pike

Julie Pike is the PLM Content Marketing Specialist at PTC. She has spent her career in marketing and communications primarily in the technology industry. Follow her on Twitter at @julie_pike.