Die Rolle der Daten in einer ergebnisorientierten, IoT-fähigen Gesundheitswirtschaft

Autor: Brant Henne
  • Industrial Internet of Things
  • 9/20/2018

Die US-amerikanische Gesundheitswirtschaft befindet sich im Umbruch. Wir beobachten einen Wandel in großem Maßstab hin zur Auswertung und Monetarisierung von Serviceleistungen ausgehend von Behandlungsergebnissen bei den Patienten.

Die Motivation für diesen Wandel ist klar: Für die Amerikaner sieht das derzeitige Kosten-Nutzen-Verhältnis nicht sonderlich gut aus. Nach Angabe der Peterson Foundation beziffern sich die jährlichen durchschnittlichen Gesundheitskosten pro Kopf in Industrieländern auf mehr als $ 3.800, während die Kosten in den USA auf über $ 9.500 angestiegen sind. Die Erfolge des US-amerikanischen Gesundheitssystems liegen dagegen meist unter dem Durchschnitt.

Eine Hauptursache für dieses Ungleichgewicht ist die mangelnde Ausrichtung auf vorbeugende, ergebnisorientierte Versorgung. Die gute Nachricht: Die medizinische Fachwelt in den USA ist sich dessen bewusst und bewegt sich in Richtung auf eine ergebnisorientierte Gesundheitsversorgung. Die Anwendung dieses Modells wird zunehmend dazu führen, dass Dienstleister untereinander im Wettbewerb stehen, um bestmögliche Ergebnisse zu liefern. Den einzelnen Ärzten, Krankenhäusern und Dienstleistern geht es also gut, wenn es den Patienten gut geht. Auf Makroebene setzen nutzungsorientierte Services die Analyse von Trends und Mustern in der Gesundheitsversorgung voraus, um in der gesamten Bevölkerung Ergebnisverbesserungen bei Behandlungen zu ermitteln und zu standardisieren.

Ein neues Gesundheitswesen benötigt neue Gesundheitstechnologie

Insbesondere Hersteller von diagnostischen Produkten und Geräten geraten zunehmend unter Druck, die End-to-End-Datenerfassung und -nutzung zu verbessern. Die Erfassung von Diagnosedaten muss wirkungsvoller, genauer und umfassender werden und stärker auf Langzeiterhebung ausgerichtet sein. Die gesammelten Daten müssen immer leistungsfähigeren Analyse- und Deep-Learning-Ressourcen zur Verfügung gestellt, aber auch geschützt werden, beispielsweise bei betrieblichen Daten, biometrischen Patientendaten und personenbezogenen Daten. Daten müssen anonymisiert und gleichzeitig über Sicherheitsmodelle wie Blockchain authentifiziert werden. Außerdem müssen Daten auf verantwortungsvolle Weise über ein ganzes System von Gesundheitsnetzwerken weitergegeben werden.

Diese Koordinierung der Daten ermöglicht die Messung, Änderung und abermalige Messung von Leistungsergebnissen und mithin einen geschlossenen Verbesserungsprozess. Damit lassen sich zudem Möglichkeiten zur ergänzenden Versorgung ermitteln. Zu den weiteren Vorteilen gehören natürlich auch genauere Diagnosen und direkte Verbesserungen bei der Versorgung.

Hersteller von medizinischen Geräten stellen sich auf Veränderungen ein

Laut einer vor Kurzem vom Life-Science-Forschungsunternehmen Axendia durchgeführten Studie stellen sich Hersteller von medizinischen Geräten auf diesen Wandel hin zur datengesteuerten Technologie und Ökonomie ein. Auf die Frage, wie sich ihr Geschäft in den nächsten 5 Jahren durch das Internet der medizinischen Dinge (Internet of Medical Things, IoMT) verändern würde, antworteten 83 % der Befragten, dass sie dann mehrere Gesundheitsnetzwerke nutzen müssten.

Daten eröffnen neue Chancen – aber auch Risiken

In derselben Untersuchung wurden Gerätehersteller von Axendia gebeten, die größten Herausforderungen bei der Markteinführung von intelligenten, vernetzten Produkten zu nennen. Die beiden häufigsten Antworten: Dateninteroperabilität mit vorhandenen Netzwerken und Systemen sowie der Schutz von Geräten und Daten. Interoperabilität über ein vielfältiges Netzwerk sorgt dafür, dass das volle Potenzial der Daten genutzt und damit die Leistung verbessert werden kann. Zugleich ist die Datensicherheit weiterhin eine Voraussetzung, um Patientendaten und geistiges Eigentum zu schützen sowie rechtliche Risiken zu verringern.

Auch Gerätehersteller können von Daten profitieren

Obwohl es vor allem um bessere Behandlungsergebnisse bei den Patienten geht, sind mit einem datenorientierten Ansatz noch weitere unmittelbare Vorteile verbunden. In anderen Fertigungszweigen spielen Produktnutzungsdaten bereits seit Längerem eine wesentliche Rolle in verschiedenen Bereichen, u.a. in folgenden:

  • Leistungsüberblick in Echtzeit
  • Vorausschauende und vorbeugende Wartung
  • Remotedienste und verbesserter Service
  • Verbesserter Produktlebenszyklus insgesamt

Diese datengestützten Initiativen zeigen Wirkung. Laut Axendia nennen 80 % der Befragten, die mit dem IoT vernetzte Geräte nutzen, die geringeren Kosten für Qualitätsmängel als wichtigsten Vorteil.

Gerätehersteller setzen auch auf ein Ergebnismodell

Herkömmlicherweise tragen Hersteller die Kosten für Forschung, Konstruktion, Fertigung und Lieferung hochwertiger Medizintechnik, bis die Investitionskosten mit dem Kauf übernommen werden. Aber der Wandel hin zu einer ergebnisorientierten Gesundheitsversorgung verlangt eine neue Art von Transkation. Hersteller müssen das Eigentum an ihrer Ausrüstung behalten und ein nutzungs- oder abonnementbasiertes Abrechnungsmodell einführen. Für einige Gerätehersteller kann diese Vorgehensweise allzu kühn wirken, allerdings sind damit verschiedene positive Aspekte verbunden, darunter:

  • Bessere Interoperabilität von Daten und Minderung von Datenrisiken
  • Stetige Weiterentwicklung der Produktleistung (und des Produktnutzens)
  • Wertvollere, lösungsbasierte Rolle der Hersteller

Ähnlich wie ihre Patienten bevorzugen Gesundheitsdienstleister Anbieter, die Produkte und Services fortlaufend weiterentwickeln. Dies führt zu einer besseren Zusammenarbeit, die weitere Verbesserungen ermöglicht.

Informieren Sie sich ausführlich über Medizintechnik und IoMT-Trends

Axendia hat unter Herstellern und Benutzern von Hightech-Medizintechnik eine umfassende Studie durchgeführt und die Erkenntnisse in einem leicht verständlichen eBook zusammengefasst. Eine Pflichtlektüre für Gerätehersteller und IT-Fachkräfte im Gesundheitswesen, die den Übergang zu einem nutzungs-/ergebnisorientierten Modell bewältigen und das IoMT-Potenzial ausschöpfen möchten.


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Über den Autor

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