Sensorspezialist Balluff auf dem Weg zum digitalen Zwilling

Verfasst von: Manuel Birkner
  • 3/10/2022
  • Lesezeit : 2 min
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Balluff ist konsequent auf dem Weg in die Zukunft – der Hersteller von Sensoren und Automationskomponenten hat sich dafür entschieden, seine Produktentwicklung auf der PLM-Plattform von PTC abzuwickeln. Gemeinsam mit der NET AG als Systemhaus implementiert PTC eine durchgängige PLM-Lösung von der Definition der Anforderungen über die Konstruktion bis zur Fertigung. Damit legt Balluff die Grundlage für einen echten digitalen Zwilling, mit dem in Zukunft ein echter bidirektionaler Austausch zwischen realer und virtueller Ausprägung möglich wird. Die Umsetzung des Projekts läuft seit Mai 2021 in mehreren Schritten ab, dabei nutzt Balluff agile Techniken.

Die Digitalisierung ist schon seit einiger Zeit Thema bei Balluff, die Produkte des Hauses sind integraler Bestandteil und Datenlieferant unter anderem in IoT- und Industrie 4.0-Szenarien. Software gewinnt immer größere Bedeutung im Produktportfolio und als Bestandteil der immer komplexer werdenden Produkte. Zudem steigt die Variantenvielfalt, statt Produkten werden immer stärker Lösungen angeboten, was die Komplexität weiter nach oben treibt.

Wie Balluff geht es vielen Firmen, die ihren Kunden ein solch umfassendes Produktportfolio, teilweise bis Losgröße eins, anbieten – die Prozesse und IT-Systeme müssen alle Mitarbeiter dabei unterstützen, die Kundenanfragen schnellstmöglich und in höchster Qualität zu erfüllen. Dazu gehören unternehmensweite digitale Prozesse, die einfach gelebt werden können und effizient sind, sowie die Verfügbarkeit der notwendigen Informationen an jeder Stelle des Produktlebenszyklus.

Die Kunden wollen die Balluff-Produkte schon während der Entwicklung ihrer Anlagen in Simulationen einbinden, deshalb bietet das Unternehmen schon heute für viele Komponenten AutoML-Softwarebausteine im Webshop an. Ziel ist es, die Produktdaten ohne Medienbruch von der Balluff-Entwicklung bis zum Kunden zu bringen.

Intern unterstützt das System die Zusammenarbeit mit einem einzigen, einheitlichen Datenspeicher und Datenmodell, das in allen Bereichen genutzt werden kann. Durch die Erweiterung des Datenflusses ins Feld, wie dies mit IoT möglich ist, erhalten die Entwickler Daten zurück, die Balluff zum Condition-Monitoring und zur Optimierung der Produkte nutzen kann.

Im Rahmen der Systemauswahl entwickelte Balluff gemeinsam mit PTC und dem Systemintegrator NET AG die Vision einer durchgängigen, digitalen Lösung für den gesamten Produktlebenszyklus. Im nächsten Schritt wurden die Anforderungen dieser Prozesse definiert und mit den Fähigkeiten der PTC-Produktpalette in Deckung gebracht. Dabei wurde auf ein klassisches Lastenheft verzichtet und dafür eine Umsetzungsstrategie in mehreren Schritten, hier ‚Releases‘ genannt, erarbeitet.

Balluff entwickelt die Release-Schritte zum großen Teil selbst und nutzt dafür modernste agile Softwareentwicklungstechniken wie Scrum, Sprints und User Stories, um Prozesse und Workflows in das PLM-System PTC Windchill abzubilden. Der große Funktionsumfang von Windchill ermöglicht, dass 90 Prozent der Anforderungen über systemnahe Konfiguration umgesetzt werden.

Die bisherigen Teilergebnisse werden von den Anwendern gut angenommen, der Release-Plan läuft im Termin- und Kostenrahmen ab. Aktuell wird die Migration der gesamten Windchill-Implementierung auf ein SaaS-Modell diskutiert. Im Lauf der Zeit werden immer mehr der Projektziele umgesetzt und erreicht: Digitaler Zwilling bis zum Kunden, sichere Datenverwaltung und durchgängiger Datenfluss vom Anforderungs-Management über MCAD und ECAD bis hin zu ERP und PIM. Die PTC-Lösung ermöglicht diesen Datenfluss und stellt die Aktualität aller Daten sicher.

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  • PLM
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Der Autor

Manuel Birkner

Als Customer Success Manager berät Manuel Bestandskunden aus den Segmenten Mobilität und Electronic/Hightech, damit sie maximalen Wert mit den PTC Produkten (vorrangig Windchill und Thingworx) erzielen. Vor seiner Tätigkeit bei PTC war er Windchill Solution Architect innerhalb der Airbus Gruppe.