Airbus nutzt das IoT als Triebfeder für die Fertigung der Zukunft

Verfasst von: Jon Marcus
  • 5/5/2015
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Rosie the Riveter (deutsch: Rosie, die Nieterin), früher eine Ikone der Industrie, veranschaulicht nach Meinung eines führenden Unternehmensrepräsentanten perfekt die Fertigung der Zukunft bei Airbus.

Der milliardenschwere europäische Flugzeughersteller, der die Hälfte des internationalen Flugzeugmarktes kontrolliert, setzt IoT -Technologie (Internet of Things, Internet der Dinge) nicht nur für seine Produkte ein, sondern auch für die Werkzeuge, die in der Herstellung zum Einsatz kommen, beispielsweise um Tausende von Schrauben zu verankern.

Anders als in der Automobilindustrie kommen bei der hochpräzisen Flugzeugmontage kaum Roboter zum Einsatz. Die Mitarbeiter setzen nur zur Unterstützung auf robotische Werkzeuge.

Durch die Vernetzung der Mitarbeiter und dieser Werkzeuge mit einer IoT-Plattform lässt sich laut Jean-Bernard Hentz, Leiter PLM R&T & Innovation bei Airbus ICT, die Fertigung beschleunigen.

"Wir brauchen einfache Lösungen", erklärte Hentz dem Publikum bei der LiveWorx.

Das Resultat ist "Rosie the Riveter 2.0": ein Airbus-Fertigungsmitarbeiter, der mithilfe eines Tablets oder von Smart Glasses die Metallhülle eines Flugzeugs abtasten und die richtige Schraubengröße sowie das korrekte Drehmoment für jede einzelne Bohrung ermitteln kann. Diese Informationen können auf Knopfdruck an ein robotisches Werkzeug übertragen werden, das die Aufgabe dann entsprechend fertig stellt.

Dieser so genannte "cyber-physikalische" Ansatz – bei Airbus "Fertigung der Zukunft" genannt – hilft, Tausende von Schritten bei der Flugzeugmontage zu straffen, bei der bis zu 400.000 Bolzen und Schrauben verbaut werden und über 1.100 verschiedene Werkzeuge zum Einsatz kommen.

"Flugzeuge sind äußerst komplex", so Hentz.

Durch die Vernetzung dieser Werkzeuge werden die Abläufe nicht nur beschleunigt, sondern auch zuverlässiger, als wenn die Schrauben manuell angezogen werden würden.

Airbus betreibt 11 Fertigungsstätten und vier Montagebänder weltweit. In Mobile, Alabama, ist derzeit ein weiteres Werk im Bau.

Das Unternehmen setzt schon lange intensiv CAD (Computer-Aided Design) ein und ist bemüht, durch eine "schlanke Fertigung" die Lagerbestände ohne Produktionsunterbrechungen zu minimieren, um so die anstehenden Aufträge für die nächsten neun Jahre möglichst schnell zu erfüllen.

"Wenn ich das Flugzeug einen Tag früher an den Kunden liefern kann, ist dieser glücklich. Wir erhalten den Scheck einen Tag früher und die Airline kann das Flugzeug einen Tag früher in Betrieb nehmen", so Hentz weiter.

Image courtesy of Airbus


Tags:
  • Aerospace and Defense
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  • Digital Transformation

Der Autor

Jon Marcus

Jon Marcus is a writer based in Boston and a contributor to newspapers and magazines including the Washington Post, New York Times, Boston Globe Magazine, and the Times (U.K.) Higher Education magazine.